Füllhörner
Das Horn der Kuh als Quelle der Lebenskraft
Sind die Kuhhörner bloße Anhängsel? Beobachtungen von Martin Bienerth zeigen den Zusammenhang zwischen dem Horn der Kuh und ihrer Vitalität. Das Horn gibt sogar Auskunft über die Landschaft, in der das Tier lebt. Eine ungewöhnliche Perspektive für ein energetisches Weltbild.

Schnell noch einen Schluck Kaffee, rein in die Bergschuhe und raus zum Stall. Es ist acht Uhr, wir binden die Kühe los und stallen aus. Diesiges Nebelwetter heute, ungemütlich, uns fröstelt. Egal, die 92 Kühe brauchen was zum Fressen, wir ziehen auf die Weide. Tagwacht war 4 Uhr. Müde Beine und kleine Augen suchten heute morgen die Tiere auf der Nachtweide, doch von Müdigkeit ist jetzt keine Spur mehr. In einem langen Zug ziehen die Kühe auf dem schmalen, alten Weg in Richtung des "Schlupf". Wir wollen heute ins "Vordertäli", bei dichtem Nebel eine willkommene Weide, vor Absturz sicher und einfach zum Hüten, auch wenn man nicht viel sehen kann.
Morgendliche Beobachtungen
Auf dem langen Weg gibt es immer Rangeleien, so auch heute. Prinka schert aus und stellt sich vom oberen Wegrand aus gegen die hornlose Arina. Grundlos scheinbar, doch die junge Prinka möchte es heute wissen, möchte die Herkuh (Leitkuh) herausfordern und stichelt mit ihren spitzen Hörnern gegen ihre Chefin. Die weicht aus, beachtet ihre Angreiferin kaum und geht weiter. Prinka setzt nach und reizt Arina mit gezielten Hornattacken gegen den Hals. Da dreht sich die Chefin plötzlich um, geht zum Gegenangriff über, bringt ihren Kopf in Stellung und versucht, Prinka wegzudrücken. Die ist aber in einer besseren Ausgangslage, steht über Arina und hat Hörner. Arina rutscht das erste Mal mit ihrem Kopf ab und auch ein zweites Mal. Dann geht alles ganz schnell. Mit wippenden und schaufelnden Kopfbewegungen bringt sie sich in Position und setzt am Hals von Prinka an. Schritt für Schritt wird die Gegnerin die Böschung hoch gedrückt bis sie aufgibt, abdreht und davon läuft.
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