Zwischen Erde und Himmel
Das Projekt Fintan wirtschaftet am keltischen Kraftort
An einem besonderen Ort am Rhein praktiziert ein Verbund mehrerer anthroposophisch ausgerichteter Betriebe die Verbindung aus Tradition und zukunftsweisender Praxis. Markus Sieber beschreibt die bewegte Geschichte, das Tun und Denken der Stiftung Fintan, Trägerin des größten ökologischen Biohofs in der Schweiz.

Am 1. April 1998 konnte ein kleiner Kreis von Initianten den Landwirtschaftsbetrieb des ehemaligen Benediktinerklosters Rheinau nach zweijähriger Vorbereitungszeit vom Kanton Zürich für eine 30-jährige Pacht übernehmen. Eigens zu diesem Zweck gründeten sie die Stiftung Fintan. Deren statutarisch formulierte Zwecke und öffentlicher Auftrag sind die Führung einer biologisch-dynamischen Landwirtschaft, ihre Erschließung für sozialtherapeutische Arbeit und die Entwicklung neuer und solidarischer Kooperationsformen bis ins Wirtschaftliche. Rheinau ist ein Kraftort mit einer reichen spirituellen Geschichte. Das Projekt Fintan knüpft daran an und richtet seine Energie aber in die Zukunft. Die Geschichte des Ortes liegt weit zurück. 8. Jahrhundert: Eine ganze Reihe von Städtehochkulturen ist bereits untergegangen - Europa ist noch ein Urwaldkontinent. Noch lange werden Drachen-, Troll- und andere Sagen von seiner elementaren Wildheit erzählen. Aber schon entfalten da und dort kleine Gemeinschaften ihr Wirken, oft an älteren Kultorten. Als zentrale spirituelle Kraft erleben und suchen sie, persönlich und direkt, den Christus. Seine Kraft soll in die Praxis getragen werden: Ora et labora! Von zahllosen mönchischen Urzentren ausgehend, wird eine Kulturlandschaft gestaltet, die dann während tausend Jahren von weiteren zahllosen, unbekannten Händen gepflegt, erhalten, weiterentwickelt wird. Diese manchmal von Tal zu Tal differenzierte landschaftliche Vielfalt gibt die Basis für eine wunderbare ökologische, sprachliche, soziale und kulturelle Vielfalt: Europa wird geboren und erwacht. Der frühmittelalterliche Rodungsimpuls, der auch äußerst bedeutende züchterische Leistungen mit sich brachte, hat sich auch in dem 8 Kilometer südlich des Rheinfalls gelegenen Rheinau geltend gemacht.
Um den vollständigen Artikel zu lesen, bitte melden Sie sich hier mit Ihren Daten an:
Sie sind bereits Abonnent?
Klicken Sie hier um Ihren kostenlosen Zugang zu aktivieren.
Sie sind kein Abonnent?
Abonnieren Sie hier.


