Salsa für Pan

Geomantie in der Diskothek, Teil II

von Deert Jakobs erschienen in Hagia Chora 1213/2002

In der letzten Ausgabe berichtete Deert Jacobs von seiner geomantischen Arbeit an einer Diskothek in einem Dorf in Niedersachsen. Im zweiten Teil erfahren wir, welche Prozesse das Setzen des Genius-Loci-Steins nach sich zog.

In der Zeit nach dem Meißeln und Setzen der zweiten Lithopunktur auf dem Gelände der Diskothek stand ein längerer Identitätsfindungsprozess an. Der Granitfindling markierte mit seinen 7,5 Tonnen Gewicht den Ort des Genius Loci und drängte zur Klärung. Während dieser Zeit entdeckte ich eines Tages, dass sich über das Gelände ein Schatten gelegt hatte, der Hof schien eingehüllt in einen Dornröschenschlaf. Im Märchen bemächtigt sich dieser Schlaf gerade dann dem Hof und aller Wesen, als die junge Prinzessin 15 Jahre alt wird und sie ihr Erwachsensein entdeckt. Sie begegnet im Turm der alten Mutter, der Gaia, die dort den Schicksalsfaden spinnt. Den 15. Geburtstag feierte auch die Diskothek in dem Jahr, als die geomantische Arbeit begann.

Zur neuen Identität finden

Die Ursache des Schattens konnte ich zunächst nicht ausmachen. Um mir Rat zu holen, ging ich zur Buche des Pan, doch bei dem Baum angekommen fand ich nur noch sein Ätherkostüm, er selbst war verschwunden. Seelen- und bewusstseinslos fand ich auch andere Elementarwesenplätze. Schockiert zog ich mich zu einer Meditation zurück. Die Müdigkeit des Geländes legte sich auch auf mich, und ich schlief ein. Ich träumte von einer schwarzen Kröte, die mir auf dem Solarplexus saß, fett und unbeweglich. Dem Traumbild folgend begab ich mich auf die Tanzfläche, dem "Solarplexus" des Grundstücks. Dort fand ich einen mächtigen Engel thronend. Zunächst war ich überwältigt und bemerkte erst später, dass er gar keine Füße hatte. Das machte mich misstrauisch - die Engelserscheinung entpuppte sich als Verkleidung. Einer so massiven Intelligenz war ich zuvor noch nie begegnet. Dieser falsche Engel hatte sich den Pan und die anderen Elementarwesen wie Orden angesteckt. Der Schmarotzer kam, als der Landschaftsorganismus gerade begonnen hatte, seine Kräfte aufzubauen. Die Mitarbeiter der Diskothek waren überwiegend Schüler und Studenten aus den umliegenden Dörfern. Die geomantische Arbeit hatten sie anfangs skeptisch, beäugt, doch schließlich bildete sich eine Gruppe. Wir standen nachts mit Kerzen und Gesang im Wald und im Haus, meditierten und sprachen über "unerklärliche" Erlebnisse, die einige des Nachts in der Diskothek hatten.

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