Inmitten der Ahnen

Landschaft und Identität im Neolithikum

von Barbara Bender erschienen in Hagia Chora 1213/2002

Mit ihren Schriften zur Politik von Stonehenge hat Barbara Bender das Establishment der britischen Denkmalpflege herausgefordert. Ihr Beitrag hinterfragt das zwischen Traditionalismus und Modernismus eingeklemmte Verständnis von Natur und Kultur und führt die in ihren Augen absurde Trennung von rituellen und weltlichen Landschaften vor.

Manche Menschen tun sich nicht leicht mit der Idee, Landschaft - und Gleiches gilt für unsere Vorstellungen von Ort und Identität - sei etwas Fließendes, Relatives und Kontext-Abhängiges. Sie zeigen aus dem Fenster und sagen: "Schau, so ist es, das ist die Wirklichkeit." Oder sie sagen: "Schau, dort ist sie, die Landschaft." Und dann seien wir Menschen gekommen und hätten sie geformt und gestaltet. "In der Frühgeschichte", so wird dann fortgefahren, "haben sie die Wälder gerodet, und ihre Nachfahren haben Felder, Wege und Siedlungen angelegt." Sie haben ja Recht - sie ist "da draußen", und sie wurde gestaltet, doch der Punkt ist: Was dort draußen liegt und was dort getan wurde, haben Menschen durch ihre Wahrnehmung und ihr Tun erlebt. Dies wiederum ist abhängig von unseren sozialen Beziehungen und kulturellen Vorstellungen, die immer geschichtsspezifisch sind.

Andere Weltsichten

Steinmauern wurden aufgeschichtet, der Boden wurde umgebrochen, Steine wurden aus dem Fels gelöst und Grabmale errichtet mit Techniken, die wir verstehen und sogar nachmachen können. Wer aber kam auf die Idee, so einen Steinwall zu errichten, mit wem zusammen hat er ihn gebaut, und was war deren Einstellung zu den Steinen, dem Wall, dem Land und dem Grabmal? Das sind entscheidende Fragen; sie machen zugleich deutlich, warum Landschaft nicht von der menschlichen Wahrnehmung und dem Eingebundensein des Menschen darin getrennt werden kann. Dass wir tatsächlich oft über Landschaft als etwas sprechen, das "da draußen" liegt, als sei es etwas Objektives, von uns Getrenntes, kennzeichnet unsere besondere Weltsicht, wie es Julian Thomas herausgearbeitet hat. Alle Menschen schaffen sich Kategorien und Einteilungen, und dies ist eine typisch westliche Variante. Seit Jahrhunderten folgen wir einer Entwicklung, beschleunigt durch den Kapitalismus, die uns vom Eingebundensein in die natürliche Ordnung der Dinge entfernt, ja im Versuch gipfelt, sie zu kontrollieren. Wir machen uns zum Mittelpunkt der Welt und überblicken von dort die Landschaft. Wir trennen Kultur von Natur, Geist vom Körper, setzen immer noch "Mann" mit Kultur und Aktivität gleich und "Frau" mit Natur und Passivität. Vielen Menschen, besonders Angehörige kleingliedriger Stammesgesellschaften, ist diese Haltung äußerst fremd. Ein australischer Aboriginal oder ein Mensch der Jungsteinzeit würde sein Land nicht so sehen. Sie könnten sich nicht von der Natur trennen, denn die Ahnen und Ahnenwesen ihres Stammes haben das Land erschaffen und erschaffen es noch immer, und Land und Ahnen müssen durch Zeremonien und Rituale günstig gestimmt und ernährt werden. Die Abbildung auf der folgenden Seite zeigt einen australischen Aboriginal, Mithinari, der am Strand von Yirrkala in Nordaustralien an einem Bild arbeitet. Auf einer Ebene stellt das Gemälde eine topographische Karte dar, auf einer anderen erzählt es einen Ahnen-Mythos, auf einer dritten Ebene bezeichnet es die heiligen Plätze, und auf einer weiteren erschafft es eine Clanscape - eine Art "Landschaftskarte des Clans". Das Bild schaut gewissermaßen aus der Vogelperspektive und zugleich aus einem mit ihm intim verbundenen Ort. Wie die Landschaft der Aboriginals wirkt auch unsere Landschaft auf vielen Ebenen. Auch wir erfahren neben dem kontrollierenden, körperabwesenden Blick ein "In-der-Landschaft-Sein", wo wir uns bewegen, fühlen, uns verlieren. Die phänomenologische Herangehensweise an Landschaft heißt anzuerkennen, dass auch wir westlichen Menschen die Welt unmittelbar durch unsere Sinne und unsere Bewegung in ihr erfahren. Dieser Ansatz ist ein wichtiger Strang der heutigen frühgeschichtlichen Forschung, wie sich z.B. an Christopher Tilleys Arbeiten zeigt. Wir müssen dennoch vorsichtig sein, die Erfahrung des In-der-Landschaft-Seins nicht überzubewerten. Tim Ingold prägte in einem berühmten Aufsatz über die Bauern in den Landschaftsgemälden von Pieter Breughel den Begriff der Taskscape (engl. task = Arbeit, Aufgabe), um eine innig verbundene Welt von Schweiß und Plackerei, vielbegangenen Wegen und Ruheplätzen unter Hecken oder Bäumen zu beschreiben. Er stellt es so dar, als hätten alle arbeitenden Menschen ein ähnlich inniges Gespür für Raum und Zeit. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die als Teil des Körpers empfundene Landschaft ist ebenso geschichtsspezifisch wie der westlich-entfremdete Blick. Deshalb dürfen wir auch nicht leichtfertig z.B. eine australische Eingeborenengemeinschaft mit einer prähistorischen vergleichen. Es gibt Parallelen in der Struktur, aber auch das ist abhängig von der jeweiligen Geschichte.

Landschaften in Alltag und Festtag

In den letzten Jahren erschien eine Reihe von Veröffentlichungen, die sich mit der Bewegung von Menschen zwischen verschiedenen Stätten beschäftigen. Dabei ging es meist um besonders eindrucksvollen Orte aus Stein oder Holz wie Erdwerke, Grabstätten, Wallanlagen etc. Das lässt sich einerseits auf den noch relativ gut erhaltenen Zustand solcher Plätze zurückführen, andererseits auf die Annahme, die Menschen hätten an solchen herausgehobenen Orten Rituale und Zeremonien abgehalten und anschließend an gewöhnlicheren Orten ihr tägliches Leben weitergelebt. Man konzentriert sich auf "rituelle Landschaften" - als gäbe es auch eine "nicht-rituelle" Landschaft. Ich komme auf diese Unterscheidung noch zurück. Wir stellen uns diese Zeremonialorte als Orte vor, an denen Menschen lernen konnten, wie sie in der Gesellschaft "weiterkommen" konnten. Sie lernten durch Erfahrung, Belehrung und Initiation. Je nach Status, Geschlecht, Alter usw. nahmen sie ihren Platz ein, verhielten sich entsprechend, fanden heraus, was richtig und falsch war und wurden eingeweiht in die Bedeutung der Dinge der Welt. Ein Artikel von Michael Houseman im Journal of the Royal Anthropological Institute gibt uns einen Einblick, wie eine solche Initiation ausgesehen haben könnte. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde z.B. in England the beating of the parish bounds ("Schlagen der Flurgrenzen") ganz wörtlich verstanden. Jugendliche wurden an den Flurstücksgrenzen entlanggeführt, in Gruben oder Brennesselfelder gestoßen und mit dem Kopf gegen Steine geschlagen. Die Erinnerung an die erlittenen Schmerzen würde sie ihr Lebtag lang den genauen Verlauf der Grenzen nicht mehr vergessen lassen!

Wie verstehen wir Hierarchien?

Wir haben auch über den rituellen Kontext als Teil des Sozialisationsprozesses nachgedacht, in dem sich die gesellschaftliche Rangordnung herausbildet und erhält. Da gab es eben auch diejenigen, die zu den dunklen Orten gehen konnten, die über das geheime Wissen verfügten und Initiationen etc. durchführten (wie etwa unsere modernen Eingeborenen bei der Sonnwendfeier in Stonehenge). Nach Meinung von John Barrett ging es jedoch weniger um organisatorische Macht und Autorität, mit der bestimmte Personen solche Zeremonialplätze planten, bauten und "managten", vielmehr wurden die sozialen Unterschiede beim kreativen Schaffen, Gestalten und Verschönern dieser Plätze und den damit verbundenen Entscheidungskompetenzen erzeugt und verstärkt. Ebenso wie angesichts unserer Vorstellungen von Landschaft oder Identität im Neolithikum haben wir auch begonnen, soziale Differenzierung oder Hierarchien als etwas Fließendes und Kontextspezifisches zu verstehen. Es ist gar nicht so lange her, dass wir aus der Komplexität eines Bauvorhabens sofort auf Führer oder gar Häuptlinge schlossen (die selbstverständlich immer männlich waren). Als ich mich z.B. in den 80er-Jahren mit Jäger- und Sammler-Gesellschaften im östlichen Nordamerika beschäftigte, die riesige Erdwerke erbaut haben, sprach ich noch ohne Zögern von Hierarchien und Führern. Ein amerikanischer Archäologe belehrte mich schließlich und erklärte, dass Hierarchie mit großer Sicherheit aufgabenspezifisch und flexibel war. Bestenfalls habe es eine stark gestutzte soziale Pyramide gegeben, und Männer und Frauen seien in manchen Bereichen Befehlsgeber, in anderen Befehlsausführer zugleich gewesen. Es lässt sich weiter ausführen, wie sich die Machtverteilung der Geschlechter in Plätzen, Orten und Landschaften spiegelt. Auch in Gesellschaften, in denen Männer als Führungspersönlichkeiten erscheinen, erkennen diese ihre Abhängigkeit von den Ritualen und Aktivitäten der Frauen meist klar an. Bei den Inuit in Alaska etwa ist der Walfang und die Verarbeitung des Fleisches Männersache, doch legen sie Wert auf die Feststellung: "Der Wal kommt zu den Frauen." Oft sind sich die Frauen ihrer Macht und ihrer Stellung sehr bewusst und betrachten die öffentlichere Rolle der Männer eher als Mittel der sozialen Differenzierung denn als mangelnde Gleichberechtigung.

Alltag versus Ritual?

Wie wir uns sozialen Prozessen und Differenzierungen aufmerksam zuwenden sollten, so gilt es auch, die möglichen Vernetzungen ritueller und alltäglicher Situationen des Lebens zu verstehen. Wir selbst sind es ja, die in den Landschaften weltliche und sakrale Bereiche trennen. Dieses Denken entspringt unserer Erfahrung mit einer Gesellschaft, die das Rituelle auf Paläste und Kirchen beschränkt und alle anderen Plätze als gewöhnlich und funktional betrachtet. Nicht genug, dass dies nur unsere eigene Erfindung ist, sie ist auch noch falsch: In jedem wachen Augenblick werden wir sozialisiert, wir verhandeln, lernen das Wie und fragen nach dem Warum. Und alle unsere Tätigkeiten vom Zähneputzen bis zum Einkaufen sind von Ritualen begleitet. Danny Miller hat kürzlich ein provokatives Buch veröffentlicht, in dem er Einkaufen als eine Art archetypische Form des Opferns beschreibt! Selbstverständlich gibt es tatsächlich mehr oder weniger formalisierte Situationen, aber die Unterscheidung zwischen rituell und nicht-rituell ist oft unmöglich. Der Dichter George Mackay Brown von den Orkney-Inseln versteht das gut. In "An Orkney Tapestry" zitiert er den alten blinden Fiddler Storm Kolson: "Rhythmus und Musik müssen einen Nutzen haben. Ein zwingender Reim lässt den Wal auf dem Fels stranden, das Reiben an einem Stein lässt das Korn wachsen . Schick dein Boot nicht zum Strand, wenn dort nicht eine Fiddle ist, die seine Fahrt segnet. Lass den Pflug nicht auf den Ackerboden, bevor nicht eine Fiddel die Furchen überquert hat. Lass die frisch Vermählten nicht in ihr Bett, bevor nicht die Kammer, in die sie sich legen wollen, durch Musik gereinigt wurde." Diesen Sinn für das Ritual im täglichen Leben hat der Archäologe Mark Edmonds in seinem letzten Buch sehr schön eingefangen. Dort geht es um das Roden von Unterholz im Neolithikum, das Bearbeiten von Steinen, um Viehzucht und die Versammlungen auf umwallten Plätzen. Edmonds hebt nicht nur die Kenntnisse und Kunstfertigkeiten, die für all dies vonnöten waren, oder die Muster der Wanderungen im Wechsel der Jahreszeiten hervor, sondern er widmet sich auch der Frage, wie die Menschen durch diese Rituale lernten, was sie zu tun hatten, und wie sie ihre Beziehung zu anderen und zur umgebenden Welt verstehen konnten. Das Buch wiederholt dieselben Elemente wieder und wieder, es summt förmlich mit dem Rhythmus der Jahreszeiten, und was an einer Stelle geschieht, wird in anderen Szenen wieder und wieder aufgegriffen. Der Titel ist dabei der Schlüssel zum Verständnis des Buches. Es heißt "Ancestral Geographies" (Erdkunde der Ahnen), denn alles Denken und Tun zielte auf die Ahnen hin, auf Vergangenes, Gedächtnis und Geschichte. Peter Gow beschreibt eine solche Ahnenlandschaft - vielleicht wäre "Sippenlandschaft" besser - am Beispiel einer heutigen indianischen Stammesgemeinschaft am Urubambafluss im Amazonas. Auf ihren Wanderungen begegnen die Menschen dort zuweilen verlassenen Grundstücken, die unter dem prächtigen neuen Pflanzenbewuchs fast nicht mehr auszumachen sind. Sie bemerken vielleicht einen verottenden Dachbalken und spinnen eine Geschichte über die, die hier gelebt haben - und darin erkennen sie ihr Recht, als deren Nachfahren hierher zurückzukehren. Auch sehen sie oft in schamanischen Trancezuständen, wie die Ahnengeister, die "Knochenleute", die Landschaft bewohnen.

Verbundenheit des Lebens

Mark Edmonds beschäftigt sich hauptsächlich mit Landschaften außerhalb von Siedlungen. Andere Forscher haben begonnen, sich auf Siedlungen und umschlossene Plätze zu konzentrieren. Ich selbst habe mit Christopher Tilley und Sue Hamilton an den Resten zweier bescheidener Siedlungen der späten Jungsteinzeit bzw. frühen Bronzezeit im Bodmin Moor gearbeitet, die an einem steinigen Hang des Leskernick Hill liegen. Am Fuß des Hügels, noch im Moor, befindet sich der formale, rituelle Rahmen: die Steinreihe und Steinkreise. Auf der Hügelkuppe, außer Sichtweite der Siedlung, liegt ein Cairn sowie ein schräg abgestützter Steinblock, durch dessen Guckloch die Sonne am längsten Tag des Jahres scheint. Sicherlich haben hier ritualisierte Zeremonien und Prozessionen stattgefunden, doch unsere Untersuchungen haben ergeben, dass auch das alltägliche Leben und die Häuser und Feldbegrenzungen rituell aufgeladen waren. In den meisten Fällen orientieren sich die Hauseingänge in Richtung eines jeweils nahegelegenen Tors (charakteristisch geschichtete Felsformation, siehe auch S. 29 f.; Anm. d. Red.). Beim Betreten eines Hauses blickt man auf einen markanten Stein an der Rückwand, der immer etwas Besonderes an sich hat. In manchen der steinzeitlichen Äcker stehen Steine, vor denen sich eine von kleineren Steinen befreite, bewusst angelegte Fläche befindet. Mitten im Siedlungsareal wurden große Steine aufgeschichtet, um Miniatur-Tors oder steinerne Schreine zu bilden. Wir entdeckten auch, dass die Hauswände geschickt zwischen die Felsaufschlüsse eingepasst sind, und wo ein besonders schöner Feldstein in die Wand integriert wurde, ist dies oft mit einem weiteren dreieckigen Stein markiert worden. Im natürlichen Rhythmus der Strukturen des Oberflächengesteins an der Hügelflanke lassen sich bestimmte wiederkehrende Muster erkennen, die von Menschenhand weiter hervorgehoben wurden, z.B. indem Steine aufgehäuft oder zu Halbkreisen angeordnet wurden. So wie die Schamanen am Amazonas in ihrer Trance die Knochen-Ahnen "sehen" oder die Schamanen von Stonehenge Geister durch die Spalten zwischen den Trilithonen hindurchschlüpfen gesehen haben mögen (wie der madegassische Archäologe Ramilisonina assoziiert), haben die Bodmin-Schamanen, womöglich unter dem Einfluss eines Bodmin-Pilzes, wohl aus den Mustern und Schwüngen im Fluss der Steine "gelesen". Unserer Meinung nach waren die Steine für die Leute von Bodmin das Werk ihrer Vorfahren und Ahnenwesen. Die Steine könnten tatsächlich die Ahnen selbst gewesen sein - man musste täglich an sie denken und sie versorgen, nicht nur an Festtagen. So wie ein Alltagsritual zu einem Fest werden kann, so kann sich ein Ritual des Lebens in ein Todesritual verwandeln. In Leskernick fanden wir, dass die Häuser manchmal "stillgelegt" und die Türpfosten eingerissen worden waren. Mitunter waren gar innerhalb der Häuser Cairns errichtet worden. Richard Bradley vermutet Ähnliches, nämlich dass das Bandkeramik-Langhaus zunächst als Lebensraum genutzt und später zu einem Grabhügel für die Toten wurde. Auch Colin Richards denkt, die neolithischen Häuser der Orkney-Inseln könnten zu Grabkammern umgebaut worden sein. Übertragen auf einen größeren Maßstab und mehr formalisiert, könnten die Zeremonialkreise aus Baumstämmen (z.B. Woodhenge oder Seahenge) der Lebenden von den steinernen Kreisen der Ahnen gespiegelt oder gelegentlich auch ersetzt worden sein.

Jenseits des Horizonts

Wir möchten das Leben der frühen Menschen verstehen, ihre Beziehungen zueinander und zur Welt, möchten verstehen, warum und wie sich die Dinge geändert haben, weil wir hoffen, dadurch etwas über uns selbst und die menschliche Natur zu erfahren. Heute begreifen wir, dass wir dabei auch immer nur aus unserer eigenen Konditionierung heraus sprechen können. Wir möchten die Auswirkungen unseres Denkens und Handelns erkennen - auch wenn das nie vollständig gelingen wird, und wir versuchen, über unsere Separierung von Natur und Kultur, Sakralem und Weltlichem und schließlich von uns selbst und dem Anderen hinauszugehen. Das Studium der reichen landschaftlichen Bezüge sowohl der Vergangenheit als auch der Gegenwart sollte uns anhalten, nicht nur zu lernen, wie Menschen von der Landschaft erschaffen werden und wie sie selbst Landschaft erschaffen, sondern auch, wie solche Prozesse zu sozialer Differenzierung führen. Wir können lernen, wie es mit einer Gesellschaft "weitergehen" kann, indem wir verhandeln, in Frage stellen und manchmal eben auch Konventionen durchbrechen. Der ständige Wandel ist ein Allgemeinplatz geworden. Das Spannende daran ist allein die Frage, wie und warum sich Änderungen vollziehen. Manchmal scheinen sie sich über Generationen hinweg anzubahnen, dann wieder geschehen sie abrupt. Gewiss, jede menschliche Interaktion mit Orten und Landschaften ist einzigartig. Aber wir sollen nicht vergessen, dass wir im wirklichen Leben wie in der Imagination auch mit Menschen in Verbindung stehen, die jenseits des Horizonts leben. Wir werden nicht nur weiterhin zwischen einer Vielzahl von Stimmen jonglieren müssen, wir bleiben auch in eine Vielzahl von Zusammenhängen in allen denkbaren Abstufungen eingebunden.