Glück im Jahr 2002

Chinesische Bräuche zum Jahreswechsel

von Cornelia Regina Scheck erschienen in Hagia Chora 11/2001

In China beginnt das Neue Jahr wie in der übrigen asiatischen Welt erst am 12. Februar 2002. Der Abend vor dem Neujahrsfest wird besonders gefeiert, da er Hinweise über das kommende Glück verspricht. Cornelia Scheck berichtet über traditionelle Neujahrsbräuche.

Gong xi fa zai! - "Werden Sie schnell reich!". Das wünschen sich die Chinesen gerne zum Jahreswechsel. Um Wohlstand im Überfluss anzuziehen, gehört zu einem gelungenen Abend vor dem chinesischen Neujahrsfest ein ausgiebiges Essen. Die festliche Tafel sollte so reichlich mit Speisen aller Art gedeckt sein, dass selbst bei größtem Appetit der Gäste viel übrigbleibt, denn: Essensreste gelten an diesem Tag als gutes Omen für das kommende Jahr. Die Hauptspeise des Abends ist ein Fisch. So hat beispielsweise der Dorsch als Speise für den Altjahresabend bei vielen in Deutschland lebenden Chinesen einen hohen Stellenwert, weil er einem chinesischen Verwandten sehr ähnlich sieht, der angeblich Geld und Glück bringt. Ob der Fisch gebacken, gekocht oder gebraten gereicht wird, spielt keine Rolle. Hauptsache, er kommt im Ganzen auf den Tisch und steht im Zentrum der Tafel. Das Maul des Fisches darf keinesfalls in Richtung der Haustür oder aus dem Hause zeigen, das wäre fatal. Der Kopf muss vielmehr in das Haus oder den Raum hineinweisen. Außerdem sollten um den Fisch herum Geld und kleine rote Wunschzettel dekorativ drapiert werden. Nach dem "Glücksmenü" rückt die Zeit der Geistervertreibung heran - das Feuerwerk.

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