Vielfalt ist Bereicherung

Wenn das "integrale Bewusstsein" die Integration und gleichzeitige Transzendierung der archaischen, magischen, mythischen und mentalen Bewusstseinsstrukturen bedeutet, eröffnet sich eine vieldeutige Welt. Jedes Individuum ist dann fähig, die Welt aus dem Blickwinkel zu betrachten, den es gerade wählt. Ein Haus kann in diesem Fall ein in Raum und Zeit definiertes Objekt sein mit Länge, Breite, Höhe und Alter. Es kann aber auch in einem Analogiesystem betrachtet werden: Körper = Haus - wie sieht es z.B. in meinem Keller aus, und wie sieht es demnach mit meinem Unterbewusstsein aus? Das Haus kann radiästhetisch, nach Feng Shui etc. betrachtet werden. Die Ergebnisse hängen von dem Blickwinkel ab, den ich wähle. In einer solchen Herangehensweise kommt dem persönlichen, subjektiven Anteil in der Wahrnehmung eine größere Bedeutung zu als in der Mainstream-Naturwissenschaft von heute. Eine solche Bedeutungsvielfalt erscheint möglicherweise willkürlich, weil verschiedene Erklärungsmodelle zugelassen sind, wovon jedes ein eigenes Ergebnis hervorbringt. Meines Erachtens kann aber in der integralen Bewusstseinsstruktur kein Modell mehr für sich beanspruchen, das einzig Wahre zu sein. Gibt es denn trotzdem ein Kriterium, das uns hilft, das Wahre herauszufinden? Ich meine ja, und zwar ein sehr sensibles: das Leben selbst. Die Ergebnisse der Herangehensweise kann ich mit folgenden Fragen prüfen: Welche Konsequenzen haben die gewonnenen Erkenntnisse auf mein tägliches Leben? Fördern und entwickeln sie mein ethisches Verhalten, meine Moral, meine Aufmerksamkeit - sprich, werde ich tugendhafter? Sind sie wirksam in Bezug auf ihre Ansprüche etc.?
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