Der Kristallplanet, Teil 04
Ideengeschichte der globalen Gitternetze
Im vierten Kapitel der Folge über die Kristallplanet-Forschungen stellt Marco Bischof die Arbeit des amerikanischen Forscherehepaars Bethe Hagens und William Becker dar. Sie bildeten aus den schon in Teil 2 dieser Folge vorgestellten russischen Arbeiten sowie weiteren verwandten Theorien eine Synthese. Darin spielen auch New-Age-Ideen über prähistorische Zivilisationen sowie der eingebürgerte Begriff der Leyline eine Rolle.

Die wohl gewichtigste Etappe in der neueren Kristallplaneten-Forschung bildet die Arbeit des amerikanischen Ehepaares Bethe Hagens und William Becker in den 80er-Jahren (Becker und Hagens, 1984, 1985; Hagens, 1987). Bethe (Elizabeth) Hagens, die auch professionelle Musikerin (Geigerin) ist, war von 1972 bis 1992 Professorin für Anthropologie (Ethnologie) und Geographie an der Governorâs State University in University Park im Bundesstaat Illinois und seit 1992 Teilzeit-Professorin für Anthropologie am Union Institute Graduate College in Cincinnati, Ohio. Sie und ihr Mann William Becker, zu jener Zeit Professor für Industrielles Design an der University of Illinois in Chicago, stießen 1983 im Buch "Prophecies and Predictions" der englischen Autorin Moira Timms auf eine Kurzbeschreibung des russischen Gitters. Darin wurden der Gontscharow-Artikel in "Chimija i Zisnâ" und Chris Birds Zusammenfassung erwähnt; das Netzgitter-Schema der Russen war ebenfalls abgedruckt, das Timms aus Birds Artikel übernommen hatte. Als Becker und Hagens das Schema sahen, fiel ihnen der frappante Zusammenhang mit der Arbeit von Richard Buckminster Fuller auf, der sein Leben lang an der Entwicklung einer geometrischen Theorie der Konstruktions-Grundprinzipien der Natur gearbeitet hat. Das russische Schema war eine "unvollständige" geodätische Kugel - zu der Polyeder-Struktur aus 15 Vollkreisen, auf der Fuller seine "geodätischen Dome" und einen großen Teil seiner Theorie der "synergetischen Geometrie" aufgebaut hatte, fehlten nur die 60 Linien, welche die Knotenpunkte von Sandersons Ikosaeder mit denjenigen des von den Russen hinzugefügten Dodekaeders verbanden (Näheres zu Fuller in der nächsten Artikelfolge).
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