Geomantie und Radiästhesie

von Eike Georg Hensch erschienen in Hagia Chora 10/2001

Die Geomantie befasst sich wie andere Mantiken mit der Frage, wie Menschen der Erde begegnen und wie ihre persönliche Einstellung zu ihr ist. Andere Mantiken umreißen die Gebiete Aeromantie (Stürme, Kalmen, Windhosen, Einstrahlungspunkte und anderes mehr), Hydromantie (Wasseradern, ruhende und fließende Gewässer, Städte am Wasser, Wasser als Resonator und dergleichen) und Pyromantie (Vulkanismus, Umgang mit Wärme). Oft werden diese Mantiken als Wahrnehmungsebenen leichtfertig der Geomantie im allgemeinen zugeordnet. Das ist aus der Sicht eines Geomanten, der radiästhetisch vorgeht, verständlich, stehen doch alle Mantiken in Bezug zum fühlenden Menschen. "Persönliche Einstellung" meint, den Menschen als resonanzfähiges Lebewesen zu deuten - wörtlich genommen: ein "Durchklinger" (lat. personare = durchklingen, resonieren). Menschen sind in der Lage, mit schwach energetischen Schwingungserscheinungen elektromagnetischen Charakters ("feinstofflichen Schwingungen") in Resonanz zu treten, Strahlungsphänomene zu erfühlen und neuerdings mit Hilfe geeigneter Antennen auch zu verifizieren. Jedoch bleibt die Herangehensweise an geomantische Phänomene in großen Teilen immer ein individueller Erkenntnisakt. Hilfestellung zur Erfassung geomantischer Phänomene bietet uns die Physik, insbesondere durch die Gesetzmäßigkeiten der Schwingungslehre. Nimmt man "Physik" wörtlich, bedeutet dies "Naturbeobachtung", wie das dtv-Lexikon sagt. Unsere Erde ist, wie alle Himmelskörper, ein hochfrequenter Strahler. Erkenntnisse über die Frequenzspektren anderer Sterne sind uns aus dem Wissensgebiet der Radioastronomie bekannt. Im Inneren der Erde befindet sich heißes Magma aus flüssigem Gestein. Entsprechend dem Bunsenschen Rauschgesetz geben solche Hochtemperaturerscheinungen Wellenlängen in fast allen Schwingungsbereichen ab. So ist verständlich, dass dieses breitbandige Spektrum mit seinen biokybernetischen, auf biologische Systeme regulativ wirkenden Frequenzen an die Erdoberfläche gelangt und durch vielfältige Veränderungen in der Erdkruste gebeugt und gebrochen wird. Dabei spielen Erdschichten, Verwerfungen, unterirdische Fließsysteme, Gesteinsarten, Erzgehalt, Berg und Tal und vieles andere mehr eine wichtige Rolle. So entstehen Strahlungsverdichtungen oder Feldveränderungen und differenzierte Polarisationsverhältnisse, denen aufgrund ihrer hochfrequenten Eigenschaften eine dem Leben förderliche oder aber abträgliche, fehlregulierende Eigenschaft nachgesagt werden muss. Bäume, die natürlicherweise ihren Standort nicht verändern können, zeigen durch Wachstumsveränderungen oder auch "Krankheiten" diesen Strahlungseinfluss. Den weidenden Tieren nachziehenden Nomaden wird durch ihre häufige Standortveränderung gesundes und langes Leben nachgesagt, da sie störenden geomantischen Einflüssen nur vorübergehend ausgesetzt sind. Zusätzlich haben oft alte, geknüpfte Teppiche am Boden in Hütten und Zelten dieser Völker eine die Strahlung abschirmende Eigenschaft. Ein Gefühl für die Erde durch Resonanz zu ihr zu entwickeln, ist Grundlage mantischer Fähigkeiten. Sie kann geschult werden und hat ihre Basis in dem Wissen um physikalische, historische, aber auch mystische Vorgänge. Grundsätzlich aber bedeutet dieses Erfühlen "Handeln", um zu "begreifen". Für dieses Begreifen helfen uns Antennen, die sogar frequenzgenau abstimmbar sein können. So entwickelt sich über definierbare Schwingungserscheinungen und ihre Bedeutung wahre Ganzheitlichkeit - ist doch alles, was uns umgibt, auf Schwingungen zurückzuführen. Ganzheitlichkeit im Hinblick auf geomantische Aspekte meint: erkenntnisreicher Einklang zu terrestrischen Schwingungsereignissen und ihre biokybernetisch wirkenden seelischen (kapazitiven) und physischen (induktiven) Ereignisse im Hinblick auf uns Menschen. Stellen sich geomantisch bedingte Störungen ein, ist dieser Einfluss an der Medulla oblongata (verlängertes Mark bzw. Nachhirn im Nacken) der betroffenen Person durch eine erfahrene andere, mit der neuen physikalischen Medizin befassten Person feststellbar. So ergeben sich deutliche Hinweise auf die Resonanzfähigkeit des Menschen zum geomantischen Strahlungsfeld insbesondere während der nächtlichen Regulationsphase. Eine "aus dem Kopf heraus" betriebene geomantische Arbeit erscheint mir zu einseitig und führt dazu, dass lediglich andere und zumeist falsche Erkenntnisse übernommen und lauthals verkündet werden. Geomantisches Einfühlungsvermögen muss "aus dem Bauch heraus" geschehen.

Berg und Tal

Berge und Täler sind Folgen von Aufschiebungen, Erosionen oder anderen Ereignissen auf der Erdoberfläche und in der Erdkruste. Diese ständigen Veränderungen unterliegen hydromantischen und aeromantischen Einflüssen, Wasser und Wind (shui und feng). Daraus ergeben sich physikalische Spannungspotenziale, die für den modernen Geomanten von großer Bedeutung sind: Höhen bilden Zonen positiver Polarität, Täler sind negativ polarisiert. Elektromagnetisch deutbare Feldstrukturen verlaufen von Plus nach Minus. So ergeben sich, auf Bergkuppen beginnend, geomantische Strahlungsfelder definierter Wellenlängen einschließlich ihrer harmonischen Oberwellen, die zu Tal "fließen". Diese aus drei, fünf oder sieben Strahlungsereignissen (Reaktionszonen) bestehenden Feldstrukturen verlaufen auf der Erdoberfläche und haben das Bedürfnis, "auf der Höhe" zu bleiben. Demnach verlaufen sie auf den topographischen Bergspornen: ein beliebter Ort für wiederkäuende Rinder, die das energetische Potenzial solcher rechtszirkularer geomantischer Zonen für ihre Nahrungsaufbereitung nutzen. Geomantische Zonen auf Spornlagen können durch bauliche Maßnahmen genutzt und verstärkt oder durch bauliche Wunden gestört werden. Logischerweise sind, so der Geomant und Städtebauprofessor Werner Petri (†), geomantische Strahlungsfelder mit den Wasserscheiden identisch.

Bauwerke

Zu den Bauhüttengeheimnissen gehört es, dass die Baumeister von Steinkreisen, Menhiren, Türmen, Kirchen und Tempeln Gebilde schufen, die klingenden Musikinstrumenten vergleichbar sind. Dabei spielen hydromantische und geomantische Anregungsschwingungen eine bedeutsame Rolle. Die natürlichen Strahlungsfelder werden verstärkt, verändert oder auch, wenn es notwendig ist - also Not gewendet werden muss - gedämpft oder in ihrer Richtung umgelenkt. Derartige Feldveränderungen entsprechen schwingungsphysikalischen Gesetzmäßigkeiten. Sie sind optischen und akustischen Zuständen vergleichbar. Neu - aber auch uralt - ist die Einbindung des Menschen in dieses Schwingungssystem: auch seine gedankliche Haltung koppelt sich in dieses terrestrische System ein. Gebete und Meditationen machen dies deutlich. Andererseits werden wir durch vorwiegend linkszirkulare hydromantische und geomantische Erscheinungen beeinflusst - ein Gebiet, auf dem sich die Geopathologen tummeln. Dass Baumeister mit pathogenen terrestrischen Feldphänomenen umgehen konnten, belegt beispielsweise das römische Opus spicatum. Auch Säulen, Steinkreise, Kreuzgänge von Klosteranlagen und vieles andere üben eine feldverändernde Wirkung aus. Steinkreise sind üblicherweise geomantisch angeregt - bilden aber einen Schutzkreis, in welchem die Energie polarisationsselektiv von Stein zu Stein verläuft. Geomantische Schutzkreise lassen sich auch mit Personen formen und im Kleinen nachbilden. Architekturen sind Musikinstrumente im Orchester der Welt - "der Mensch ist ein Musikinstrument im Orchesters Gottes". Geomantische Erscheinungen sorgen dafür, dass der Mensch in Stimmung oder aber verstimmt ist. Zu den Bauhüttengeheimnissen gehörte es, dass fühlige Baumeister und Steinmetzen der Bauhütten räumliche Gebilde und Architekturdetails auf die örtlichen Schwingungsverhältnisse abstimmten. Baustoffe, die durch Eigenresonanzverhalten und durch ihre Längen und Breiten, also Formen, auf die kennzeichnenden Schwingungen geomantischer Strukturen oder deren Oberwellen abgestimmt sind, tragen dazu bei, das örtliche Schwingungsbild aufrechtzuerhalten, zu verstärken oder auch für linkszirkular abstrahlende geomantische Einflüsse eine Feldveränderung zu bewirken. Kratz- oder Wetzsteine aller Kulturen der Erde sind ein sichtbares Zeichen für die feinstoffliche Informationsqualität solcher Baumaterialien. Ein Steinmetz berichtete mir während eines Wahrnehmungsseminares im Kloster Jericho bei Magdeburg, dass bei einer Arbeitsverletzung die Steinwerker Steinpulver auf ihre Wunden streuten, um den Heilvorgang zu beschleunigen. Zwischen Personen und geomantisch bedeutsamen Orten finden ständig Wechselbeziehungen statt. Eine heilende geomantische Zone kann ins Unheil geraten, wenn Menschen, die sich in den Einflussbereich derartiger Strahlungszonen einkoppeln und vernetzen, verstimmt sind. Derartige Verstimmungen können psychologischer Natur sein oder durch die Benutzung von Telefonen der neuzeitlichen Kommunikationstechnik entstehen. Andererseits wird beobachtet, dass heilende geomantische Zonen einen positiven Einfluss auf verstimmte Menschen ausüben, wenn die Frequenzen der geomantischen Zone mit der Frequenz der Verstimmung übereinstimmen. Wie bei einem Streichinstrument, das gestimmt wird, zeigt sich bei menschlichen Einstimmungen z.B. ein leichtes Kribbeln am seitlichen Hinterkopf, wenn Einvernehmlichkeit herrscht. Geomantisches Arbeiten ist vielfältig und verlangt vom Ausübenden tiefgreifendes Wissen und sorgfältige Vorgehensweise. Oberflächliche geomantische Betrachtungen können zwar begeistern, führen aber selten zu höheren Erkenntnissen. Eine klare Sicht zu Naturereignissen gehört dazu. Mit Hilfe abstimmbarer Antennen und der Möglichkeiten, hochfrequente Erscheinungen erkenntnisreich zu bewerten, gewinnen wir einen tiefen Einblick in das Geschehen auf der Erdoberfläche und in uns selbst. Dies zu erkennen und zu beherzigen ist Grundvoraussetzung für erfolgreiches geomantisches Vorgehen. Hilfswissenschaften und Techniken geomantischen Arbeitens sind bei mentaler Radiästhesie die Zuhilfenahme von Lituus, Pendel, Einhandrute oder V-Dipol. Die Lecherantenne oder die neue H3-Antenne als verifizierbares Werkzeug des Geomanten führen uns zu weitreichenden Erkenntnissen. Dies sind wichtige Hilfstechniken zum Begreifen geomantischer, hydromantischer oder anderer mantischer Erscheinungen. Auch das Musizieren ist eine hilfreiche und erkenntnisreiche Tätigkeit bei geomantischen Untersuchungen. Übrigens ist neben der Astrologie die Musik eine "anerkannte esoterische Wissenschaft". Der römische Architekt Vitruv (ca. 430-480 n.Chr.) war der Auffassung, dass man nur Architektur betreiben könne, wenn man ein Musikinstrument beherrsche. Tatsächlich lassen sich über gespielte und ungespielte Musikinstrumente geomantische Forschungen durchführen. Dabei spielen akustische Vernetzungen mit geomantischen Strukturen eine besondere Rolle. Wie die Photonen beim Licht sind uns Phononen dabei hilfreiche Zwerge. Geomantische Forschung ohne radiästhetische Verifizierbarkeit ist wie ein Kuchen ohne Rosinen. Auch solche Kuchen gibt es. Andere Gebäcke bedürfen zur Fertigstellung viel Zeit, insbesondere, wenn es sich um Hefeteig handelt: Wärme und Zeit sind hier von Bedeutung, möglicherweise auch der Raum und seine Feldstrukturen, in dem der Teig quillt. Ähnlich verhält es sich bei geomantischer Arbeit: Wärme (Liebe) und Zeit durch Erfahrung sind unerlässlich, und man staunt gelegentlich über "Geomantiker", die bereits nach wenigen Stunden Forschens und Anlesens unbedeutender Literatur nachhaltige Briefköpfe entwerfen.

Zusammenfassung:
- Geomantische Phänomene folgen elektromagnetischen Schwingungszuständen auf und in der Erde.
- Es gelten die Gesetzmäßigkeiten der Schwingungsphysik.
- Geomantische Feldstrukturen haben eine kennzeichnende Wellenlänge und aufmodulierte Oberwellen.
- Wie beim Licht hat die Polarisation der Schwingungen (links- oder rechtsdrehend) eine biologische Bedeutung.
- Geomantisch erfasste Schwingungen haben einen Informationscharakter (Biophysikalische Regulation).
- Geomantische Zonen können nach Yin oder Yang geprägt sein (Beispiel: Marienkirchen oder Michaelskirchen).
Ein reichhaltiges Glossar zum Thema "Was ist Geomantie?" findet sich in "Geomantische Reisen - eine Wahrnehmungschule" (siehe Literaturhinweise auf Seite 69).