Vastu Purusha - Global Grid
Das Netz zwischen den Welten
Jede rechteckige Stuktur, die nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet auf die Erde gelegt werde, sei bereits ein heiliger Ort, sagte ein indischer Vastu-Experte zu Peter Strauss, als er dessen Land-Art in Neu Delhi entdeckte. Dies ist die Formel für sein vergängliches Kunstwerk aus Ziegelsteinen - und heute ist schon wieder Gras über den Platz gewachsen.

Mein Interesse an Vastu begann mit einem Buch, das mir im Jahr 1999 in die Hände fiel. Ich war fasziniert von der Tatsache, dass es in Indien ein altes Glaubenssystem gab, das alles, was ich aus meiner radiästhetischen Arbeit kannte, bestätigte. Dies führte schließlich zu meiner Teilnahme beim Festival of Germany in India 2001 in Neu Delhi, in dem ich ein temporäres Land-Art-projekt realisierte. Die Idee meiner Arbeit basiert einerseits auf der Verbindung der alten indischen Geomantietradition des Vastu mit neueren radiästhetischen Erkenntnissen in Europa und andererseits auf der Verknüpfung zeitgenössischer westlicher Kunstströmungen wie Konzeptkunst und Land-Art mit einer Äonen alten "Kunst des Erbauens", die sich immerhin bis zu den Stadtanlagen von Mohenjodaro und Harappa aus dem 4. Jahrtausend v.Chr. zurückverfolgen lässt. Die Städte der Indus-Saraswati-Kultur wurden aus handgeformten Ziegeln nach einem einheitlichen Konzept errichtet: ein rechtwinkliger Grundriss, ausgerichtet nach den vier Himmelsrichtungen. Die Hauptachse verläuft dabei von Osten nach Westen, die kleineren Straßen führen von Norden nach Süden; der Platz im Zentrum ist für den Tempel vorgesehen. Ähnliche Konzepte finden wir auch bei römischen und griechischen Stadtgründungen. Das Grundmuster des Vastu Purusha-Mandala basiert auf einem Quadrat, das in 9 ¥ 9 Felder aufgeteilt ist. Auf einem mit radiästhetischen Methoden ermittelten Platz wurde aus handgeformten Ziegeln ein Quadrat mit einer Kantenlänge von 17 * 17 Metern angelegt. Das zentrale Achsenkreuz wurde dabei mit einer Reihe von Ziegeln in einer Breite von ca. 2 Metern ausgelegt, die einzelnen Linien dagegen mit nur einer Ziegelreihe.
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