Der Kristallplanet (Teil 2)
Ideengeschichte der globalen Gitternetze
Mit der letzten Ausgabe von Hagia Chora begannen wir die historische Aufarbeitung der Theorien zur Kristallstruktur der Erde. Marco Bischof ging älteren geologischen Konzepten sowie der Schmutzâschen Tetraedertheorie nach. Hier setzt er seinen Bericht mit Anomalien wie dem Bermuda-Dreieck sowie mit russischen Arbeiten aus den 70er-Jahren fort, die wir im anschließenden Forum erstmals in deutscher Übersetzung abdrucken.

Im Jahre 1974 veröffentlichte der amerikanische Schriftsteller und Hobbyarchäologe Charles Berlitz sein berühmtes Buch über "Das Bermuda-Dreieck", das auf Anhieb zum Bestseller wurde. Den Begriff geprägt hatte jedoch bereits zehn Jahre früher der Schriftsteller Vincent H. Gaddis in seinem Artikel "The Deadly Bermuda Triangle" in der Zeitschrift "Argosy" sowie in seinem Buch "Invisible Horizons" (1965). Bei der Erforschung des Bermuda-Dreiecks und in der Weiterentwicklung der daraus entstehenden Vorstellungen in den späten 60er- und frühen 70er-Jahren spielte der renommierte schottische Zoologe, Botaniker und Geologe Ivan T. Sanderson (1911-1973) eine zentrale Rolle, der nach 1947 in den USA lebte (Sachs, 1980; Magin, 1997). Als Tierfänger für Zoologische Gärten, Expeditionsleiter und Verfasser berühmter Tierbücher, der die Zoologie popularisierte und als einer der ersten einem breiteren Publikum ökologische Gedanken nahebrachte, wurde er in den 60er-Jahren zu einer bekannten Radio- und Fernsehpersönlichkeit. Er bemühte sich zeitlebens um die vorurteilslose wissenschaftliche Aufklärung von sogenannten "Anomalien" in der Wissenschaft, d.h. Beobachtungen von Gegenständen und Ereignissen, die nicht in das geltende wissenschaftliche Weltbild passen. Sein Buch über den amerikanischen Bigfoot machte ihn zum Begründer der "Kryptozoologie", der wissenschaftlichen Erforschung seltener, sagenhafter oder fast ausgestorbener Lebewesen wie Yeti, Bigfoot oder Sasquatch. Gaddis und Sanderson beschäftigten sich beide mit dem Werk von Charles Hoy Fort (1874-1932), der als erster solche Anomalien - von verschwundenen Menschen, vom Himmel gefallenen Fischen, an entfernte Orte versetzten Gegenständen und Menschen, ungewöhnlichen Naturerscheinungen wie Kugelblitzen bis zu elektrischen und leuchtenden Menschen - aus der wissenschaftlichen Literatur dokumentiert hatte und das Monopol der Wissenschaft auf die einzige Wahrheit in Frage stellte (Kaplan, 1991; Magin, 1997). 1965 gründete Sanderson, seit den 50er-Jahren Mitglied der 1931 entstandenen "Fortean Society", die 1959 nach dem Tod ihres Gründers Tiffany Thayer eingeschlafen war, eine eigene forteanische Gesellschaft, die "Ivan T. Sanderson Foundation". Diese Vereinigung hochrangiger Wissenschaftler wurde bald in "Gesellschaft zur Erforschung des Unerklärlichen" (Society for the Investigation of the Unexplained, SITU) umbenannt, gab ab 1968 die Zeitschrift "Pursuit" heraus und hatte ihren Sitz in Columbia, N.J. Sie nahm als erste Aufgabe die Aufklärung des "Bermuda-Rätsels" in Angriff.
Um den vollständigen Artikel zu lesen, bitte melden Sie sich hier mit Ihren Daten an:
Sie sind bereits Abonnent?
Klicken Sie hier um Ihren kostenlosen Zugang zu aktivieren.
Sie sind kein Abonnent?
Abonnieren Sie hier.


