Die Erde wandelt sich

von Marko Pogačnik erschienen in Hagia Chora 8/2001

In dieser Kolumne beschreibt der Geomant, Bildhauer und Erdheiler Marko Pogacnik seine Wahrnehmung der gegenwärtigen Erdwandlung. Nachdem er in den letzten Folgen den Fokus auf die energetischen Veränderungen der Erdausstrahlung gelegt
hatte, setzt er diesmal eine Zäsur und geht auf die Geisteshaltung ein, in der ein neues Partnerbewusstsein mit der Erde entstehen könnte. Dies ist für ihn die Basis einer ganzheitlichen Ökologie.

Wenn man Geomantie als eine ganzheitliche Ökologie betrachtet, wird man all der möglichen Ebenen und Dimensionen des Daseins gewahr, die darin eine Rolle spielen. Dazu gehören auch geistig-seelische Beziehungen, obwohl wir gewöhnt sind, diese dem Bereich der Religion zuzuschreiben und sie als etwas von der Erde und der Landschaft Getrenntes zu betrachten. Doch haben gerade die religiösen Beziehungen verschiedener Kulturen die Landschaft entscheidend geprägt, indem der Mensch die geomantisch interessantesten Plätze wählte und schuf, um in Beziehung zum Göttlichen und zur Erdenseele zu treten - Steinsetzungen, Wallanlagen, Tempelbauten, Kathedralen und vieles mehr. Ich betrachte meine Kolumne als ein Experimentierfeld, in dem ich versuche, meine Beobachtungen der gegenwärtigen Erd- und Menschwandlung zu formulieren. Will ich das ernst nehmen, so kann ich an den tiefgreifenden Wandlungen im Bereich unserer Beziehung zum Göttlichen nicht vorbeisehen, denn es ist eben diese Beziehung, die am deutlichsten die aktuelle Ausrichtung des Bewusstseins widerspiegelt. Von dieser Ausrichtung hängt letztlich die Qualität unserer Beziehung zur Erde, zur Landschaft und ganz besonders auch unmittelbar zu uns selbst ab. Die vergangene Epoche war durch extreme Zersplitterung auf allen Ebenen geprägt. Es war alles andere als selbstverständlich, dass man in der umgebenden Landschaft suchte, um das Göttliche zu finden, oder gar in das eigene Innere schaute, um die Seele eines Ortes zu erkennen. Was jetzt neu entsteht, ist die Möglichkeit, wieder an solche Querverbindungen anzuknüpfen und sie als vorzügliche Kommunikationswege zu nutzen. Des weiteren wird uns als Zivilisation langsam bewusst, dass unser Fundament einseitig und deswegen äußerst labil ist.

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