Nu komm der Heiden Heiland

Eine geomantisch-künstlerische Performance

von Johannes Heimrath , Lara Mallien erschienen in Hagia Chora 8/2001

Am Rande des letztjährigen Fördermitgliedstreffen von Hagia Chora trafen der Maler Hans Ruhoff, der Geomant Josef Volsa und die Verleger dieser Zeitschrift, Lara Mallien und Johannes Heimrath zu einem energetischen Austausch zusammen, der ein eindrucksvolles Ergebnis manifesterte.

Das erste Fördermitgliedertreffen von Hagia Chora war für alle Beteiligten ein Experiment. Was würde entstehen, wenn sich eine Gruppe kreativer Menschen trifft und die Möglichkeiten zur gemeinsamen geomantischer Arbeit nutzt? In solchen, aus dem Alltag herausgehobenen Situationen kommt es oft zu einem Close Encounter der dichteren Art. Eine dieser Begegnungen hat eine sichtbare Spur hinterlassen, da daran der Maler Hans Ruhoff beteiligt war. Seine "Klangzeichen" bezeichnet er nicht als Kunst im Sinne von Malerei, sondern als farbliche Umsetzung von Energien, seien es die eines Menschen, eines bestimmten Ortes oder einer Musik. Hans berichtete von seiner Beobachtung, dass ein Klangzeichen, das er für einen bestimmten Ort herstellt, unabhängig von der Tages- oder Jahreszeit immer ein im Wesentlichen gleiches Bild ergebe. Dies schien ihm zu besagen, dass die Grundenergie eines Ortes immer dieselbe sei. Josef Volsa, engagierter Geomant aus Österreich, beschäftigt sich hingegen mit der Modulation von Ortsqualitäten. Er hat eine Begabung für energetische Installationen, die eine spürbare körperliche Wirkung haben. Er hätte gerne einmal mit einem Künstler zusammengearbeitet. So lag es nahe, dass wir die beiden zu einem gemeinsamen Experiment zusammenbrachten: Hans sollte von einem bestimmten Ort des klösterlichen Tagungsortes ein Klangzeichen anfertigen, anschließend würde Josef den Ort energetisch verändern. Ein weiteres Klangzeichen sollte zeigen, ob die Veränderung in die Intuition des Malers eingriffe oder ob es beim Grundklang des Ortes bleiben würde. Wir würden den Prozess mit der Kamera dokumentieren. Als Ort wählten die beiden Schwingungskünstler den Übergang vom Kreuzgang des Klosters in das Kirchenschiff. Josef erklärte, dass in solchen Eingangssituationen von den Erbauern absichtlich eine energetisch drückende Situation geschaffen worden sei, damit man beim Eintreten in die Kirche eine besondere Erhöhung erfahren könne. Der Ort wirkte tatsächlich gedämpft, strenge Ritterfiguren blicken dort von den Wänden herab, und das Innere der Kirche erschien uns um Welten entfernt zu sein.

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