Blut oder Boden

Ungekürztes Original-Manuskript des gleichnamigen Beitrags in Hagia Chora 8/2001

von Reinhard Falter

Prägung des Menschen durch die Landschaft oder Prägung der Landschaft durch die Rasse - Über die Verbindung von politischer Ideologie und Wissenschaftsansprüchen im Nationalsozialismus und heute. Eine historisch-kritische Untersuchung.

1. EINLEITUNG
Durch die Verflechtung von Wissenschaft, Weltanschauung und Politik in der der Zeit der Großideologien den 20. Jahrhunderts sind nicht nur Personen sondern auch ganze Themen diskreditiert worden. Dies wird mit zunehmendem zeitlichen Abstand keineswegs schwächer, vielmehr werden mit zunehmender Entfernung wichtige Nuancen damaliger Gedanken gar nicht mehr verstanden. Jeder, der das Wort "Rasse" in den Mund nahm (und wer von den Autoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tat dies nicht?) gilt als Rassist1. Wenn ich heute meinen Volkshochschulhörern Karl Marx` Aufsatz "Zur Judenfrage" unkommentiert und ohne Autorennennung vorlege, halten sie ihn für das Machwerk eines Antisemiten.
Zum "natürlichen" Verständnisschwund durch wachsenden historischen Abstand kommt noch, daß die Historiker im Bezug auf den Nationalsozialismus sich scheuen, ihrer eigentlichen Aufgabe nachzukommen, die wäre eben, das nicht mehr aus gleichen Voraussetzungen heraus Selbstverständiche erklärend verständlich zu machen. Statt dessen überwiegt die distanzierende, ja nach heutigen Wertmaßstäben aburteilende Darstellung, zum einen aus der berechtigten Intention, vor Wiederholung zu warnen zum andern aber auch zur Rechtfertigung eigener Ideologien.

Den vollständigen Text finden Sie unter:
http://www.geomantie.net/downloads/archiv/blutboden.html