Schildkröte, Phönix, Drache, Tiger und Schlange

Die fünf Tiere im Feng Shui

von Jens Mehlhase , Wilhelm Gerstung erschienen in Hagia Chora 6/2000

Vielleicht ist es ja dem einen oder anderen Leser der ersten Ausgabe von >feng shui spezial< aufgefallen, daß wir auf dem Titelblatt nicht wie üblich die chinesischen Schriftzeichen für Feng Shui - Wind und Wasser - verwenden, sondern die Zeichen für "Ming Tang", die erleuchtete Halle. Zur Erklärung dieses Begriffs finden Sie auf diesen Seiten zwei Artikel aus unterschiedlicher Tradition. Dr. Manfred Kubny erklärt aus den original chinesischen Texten die Bedeutung der Ming Tang, und die beiden Autoren Wilhelm Gerstung und Jens Mehlhase stellen im Folgenden den Begriff im Zusammenhang mit der Wirkung der Landschafts-Energien (die fünf mystischen Tiere) auf Grundstück, Garten und Haus dar. Der Artikel bildet einen Einstieg in das Schwerpunkthema dieser Ausgabe: Feng Shui in Garten und Landschaft.

Die Chinesen haben sich schon früh Gedanken über die Wirkung von Landschaftsformen (Berg- und Flussformen) auf den Menschen gemacht. Landschaftsformen sind für die Chinesen optische Anhaltspunkte für das Vorhandensein feinstofflicher Strukturen und Energien. Die Chinesen haben Bestandteile bestimmter feinstofflicher Strukturkonstellationen mit den Namen von Tieren aus der chinesischen daoistischen Mythologie belegt. Diese Tiernamen wurden dabei auch auf die sichtbaren Teile der Landschaftskonstellation, zum Beispiel Berge oder Hügel, übertragen.
Die Form der Landschaft gibt Hinweise auf das Vorhandensein feinstofflicher Strukturen. Bei einer hufeisenförmigen Berg- oder Hügellandschaft bilden sich die so genannten Sechs Paläste, eine rasterförmige feinstoffliche Struktur, die Menschen, die sich dort ansiedeln oder aufhalten, geistigen und emotionalen Schutz gewährt. (A)
Wenn sich an der geöffneten Seite des Hufeisens fließendes Wasser oder eine größere Wasserfläche befindet, bilden sich weitere feinstoffliche Strukturen, denen die Chinesen die Namen von fünf mythischen Tieren gegeben haben. Der geistige und emotionale Schutz, den bereits die Sechs Paläste gewähren, wird durch diese weiteren Strukturen ergänzt und verstärkt. Für die Wirkung im Einzelnen spielt die Form der Berg- oder Hügelkette und die Fließrichtung des Wassers eine Rolle. Die im Folgenden beschriebenen feinstofflichen Strukturen sind so komplett nur in einer Großlandschaft zu finden. Der Begriff Großlandschaft bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Öffnung des Hufeisens mindestens ca. 200 Meter misst.

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