Was ist Qigong?
Eine Betrachtung aus Sicht der traditionellen Mediationsschulen. Teil III
Dies ist der dritte und letzte Teil der Abhandlung über die Hintergründe des Qi Gong von Jia Zhiping. Der Text stammt aus der Umgebung des gegenwärtigen Stammhalters der daoistischen Schule des Taijimen, Professor Lu Jinchuan. Der in bester aufklärerischer Absicht verfasste Text fordert zur Auseinandersetzung mit authentischen traditionellen Aussagen heraus.
Von Jia Zhiping
Eine besondere Bewegungsart, die sogenannte spontane Bewegung (zifa donggong), die durch verschiedene Methoden ausgelöst werden kann, ist für Außenstehende rätselhaft und scheint mit meditativen Praktiken zu tun zu haben. Manche selbst ernannten Meister dieser Richtung behaupten von sich, Medium irgendeiner Gottheit zu sein und deren Kraft und Energie auf andere übertragen zu können, um spontane Bewegungen bei anderen auszulösen. Was steckt aber dahinter? Wir Menschen haben zwei verschiedene Muskelsysteme, das eine ist steuerbar, z.B. die Muskeln der vier Extremitäten, das andere normalerweise unsteuerbar, z.B. die Herzmuskeln. Dementsprechend gibt es zwei Bewegungsarten, doch existiert zwischen ihnen keine absolute Trennung. Manche großen Yogis haben gezeigt, dass unsteuerbare Bewegungen unter Umständen steuerbar werden. So können sie die Herzaktivitäten unter Kontrolle halten. Umgekehrt können beim steuerbaren Muskelsystem unter bestimmten Umständen ungesteuerte Bewegungen auftreten, nämlich bei Konzentration und Entspannung. Konzentration kann man auf unterschiedliche Weise erzielen. Nach Ansichten der traditionellen Schulen basiert die menschliche Existenz auf den sogenannten sechs Wurzeln (liugen), nämlich Augen, Ohren, Nase, Zunge (= Mund), (der übrige) Körper und das Bewusstsein. Die Konzentration auf eine oder mehrere dieser Wurzeln führt zum Verlust der Kontrolle über die übrigen Wurzeln, und dadurch beginnen sie, sich zu entspannen. Auf diese Weise entstehen scheinbar spontane Bewegungen, scheinbar spontan, weil sie keineswegs zufällig sind, sondern ihre zwingenden Gründe haben. In den traditionellen Schulen ist diese Art der Bewegung nicht unbekannt. Viele Richtungen der oben kurz geschilderten acht traditionellen Schulen (siehe
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