Entfaltung der Sinne
Geomantie und ökologisches Bewusstsein
Die Kunst der Wahrnehmung
Naturerziehung in ganzheitlichem Sinn schlägt der Geomant Claas Fischer, der in der Praxis mit Kindern arbeitet, als Ausweg aus einer entfremdeten Lebenshaltung vor, die sonst meist unbewusst an die folgende Generation weitergegeben wird.

Die Vorstellungen der Geomantie finden nicht ganz selbstverständlich mit denen der Ökologie zusammen. Der Geomant, der einen Kraftort aufspürt und dort ein Bauwerk errichtet, fragt nicht notwendigerweise nach dem Eingriff in den Naturhaushalt, nach ökologischer Bauweise und schon gar nicht nach Energiesparsamkeit (Niedrigenergiehäuser gelten oftmals als Häuser mit mangelnder Energie). Der Ökologe auf der anderen Seite klammert den Menschen am liebsten aus seiner Haushaltsrechnung aus. Seine Strategie ist, Schutzgebiete auszuweisen, aus denen der Mensch ausgesperrt ist, denn in der Ökologie wird der Mensch vornehmlich als Schadensbringer angesehen, während er in der Geomantie eine nicht unbedeutende Rolle als Qi-Bringer spielt. Ein Geomant wiederum, der alle Äther-Gesetze zu kennen glaubt, aber gleichzeitig nicht weiß, wie er sich von der Erde ernähren kann, ist meiner Meinung nach ebenso von der Natur entfremdet wie ein Naturschützer, der zwar jede Art der Flora und Fauna bestimmen kann, sich aber den in ihnen wirkenden elementaren, ätherischen und geistigen Kräften verschließt. In einem integralen Verständnis können sich beide Disziplinen jedoch sehr gut ergänzen. Um mit dem englischen Geomanten Paul Devereux zu sprechen: "Ökologie ohne Geomantie ist wie ein Körper ohne Seele". Die Umweltprobleme und -katastrophen, die uns regelmäßig aufschrecken lassen, sind lediglich äußere Symptome innerer Probleme und widerspiegeln, dass der Mensch den Zusammenhang mit der Natur verloren hat. Wir begegnen heute der Natur wie einem neutralen Gegenstand oder bestenfalls formal - wie einem anonymen Mitarbeiter im Büro: Er ist zwar immer da, aber von seinem Wesen wissen wir eigentlich nichts. Diesen Missstand zu wandeln, ist in erster Linie Aufgabe der Erziehung. Vor allem Eltern und Pädagogen haben die verantwortungsvolle Aufgabe, eine Form spiritueller Ökologie in ihre Erziehung zu integrieren. Anfangen muss selbstverständlich jeder mit seiner eigenen Ausbildung, denn was man selbst nicht lebt, kann man schlecht weitergeben. So beschränkt sich die heutige "Umwelterziehung" weitestgehend leider immer noch auf die Vermittlung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. Es gilt daher, das Defizit an Erfahrungswissen wieder auszugleichen. Eine Erziehung, die den Kindern die Natur ihres eigenen Wesens und ihrer individuellen Persönlichkeit nahe bringt und sie gleichzeitig in die sie umgebende Natur einbindet, soll diese Rolle übernehmen. In diesem doppelten Sinn möchte ich von Naturerziehung sprechen.
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