Dreifrauenkult an der Altmühl

Eine Spurensuche

von Günter Kantilli erschienen in Hagia Chora 1/1999

Wie finden wir heute alte Kultplätze und Orte der Kraft? Die Geomant und Heimatforscher Günter Kantilli vollzieht in diesem Artikel eine Reise ins Altmühltal nach, die er zur Vorbereitung eines Geomantie-Seminars zum Thema "Dreifrauenkult" unternahm.

Namentlich war mir das Altmühltal zwar bekannt, aber ich wußte nicht, wo es denn genau liegt. So organisierte ich mir zuerst die Kompaß-Wanderkarte 178 "Unteres Altmühltal". Das Anschlußblatt des "Mittleren Altmühltals" war vergriffen. Ich nahm dies als Wink einer Führung und begann so meine Arbeit mit jenem unteren Teil des Altmühltales, von Kelheim bis Kipfenberg.

Entschlüsselung der Ortsnamen
Einen Tag und eine halbe Nacht saß ich über der Wanderkarte und markierte alle Orte, deren Namen auf Kultstätten hinweisen, insbesonders auf alte Frauenkultplätze. Orts- und Flurnamen sind die ältesten Hinweise auf Ursprung und Verwendung eines Ortes und damit auch auf Kultplätze (siehe auch das Buch von Inge Resch-Rauter, "Unser Keltisches Erbe"). Der Ortsname "Osterholzen", deutet beispielsweise auf Borbet (= Barbara) hin, eine der drei Göttinnen. Ihr ist die jungfräuliche Sonne zugeordnet. Auf ihre Kultstätten verweisen Namen, die mit Osten, der aufgehenden Sonne, zusammenhängen. Es gibt zahlreiche Sagen von den "drei Fräulein", die auf Burgen wohnen, z.B. in Österberg, Österholz, Osterburg usw. Auch der Ortsname "Wettstein" gehört hierher, denn Wetti ist mundartlich von Barbara abgeleitet. Der nächste Schritt war, in meinen Büchern Hinweise auf Kultplätze zu finden, die im Mühltal liegen. Es war sehr mühsam und spannend, diese Orte nach dem Ortssuchbegriff im Deutschland-Atlas zu finden. Aus den Unterlagen der örtlichen Fremdenverkehrsämter bekam ich weitere Hinweise, und so rundete sich langsam das Bild über die Dichte an besonderen Orten ab.

Geomantische Landkartenarbeit
Nun begann die geomantische Landkartenarbeit: Dabei stelle ich eine präzise Frage und gehe mit der Wünschelrute über die Landkarte. Wo die Rute ausschlägt, finde ich den gesuchten Ort. Auf diese Weise konnte ich beispielsweise folgende Orte ermitteln:
- Der älteste Kultplatz befindet sich in der Kastlhänghöhle bei Pillhausen, einige Kilometer westlich von Essing. (Der Archäologieführer spricht von Funden ab etwa 15000 v.Chr., Mutungen zufolge datieren die kultischen Anfänge ab 19000 v.Chr.)

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