Berg der Sonne

Geomantie und Naturschutz

von Susanne Winkelmann , Ulrich Fischer erschienen in Hagia Chora 6/2000

Zum Erhalt einer Landschaft im Rahmen des Naturschutzes leitet man anhand vieler Daten die Schutzwürdigkeit von gefährdeten Lebensräumen ab. Wie aber steht es um den Erhalt der seelisch-geistigen Wirkungen einer Landschaft auf den Menschen? Der vom Gipsabbau bedrohte Krösselberg in Hessen stand im Zentrum einer Untersuchung von StudentInnen der Fachausbildung "Geomantische Landschaftsgestaltung" der Schule für Geomantie Hagia Chora.

Der Krösselberg, eine Anhöhe im Meißnervorland in Nordhessen, ist in seinem Bestand bedroht. Er besteht aus besonders reinem Gips und soll Abbauplänen zufolge nahezu vollständig abgetragen werden. Eine Bürgerinitiative, die sich zum Schutz des Berges gegründet hatte, äußerte den Wunsch nach einer geomantischen Untersuchung. Dieses Anliegen nahm die Fachausbildung "Erdheilung, geomantische Landschaftsplanung und Naturschutz" der Schule für Geomantie Hagia Chora, die 1997 bis 1999 unter der Leitung von Johanna Markl stattfand, im Rahmen einer Werkschulgruppe auf. Über fast ein Jahr hinweg beschäftigten wir uns mit dem Krösselberg. Den ersten Schwerpunkt bildete die Erfassung der seelisch-geistigen Dimension der Landschaft. Bei zahlreichen Besuchen stimmten wir uns einzeln oder in der Gruppe meditativ auf den Ort ein. Bilder, Gefühle und Geschichten, die in uns aufstiegen, gewährten uns einen ersten Zugang, ebenso Beobachtungen der Tier- und Pflanzenwelt, die uns die charakteristischen Seelenpflanzen des Berges erkennen ließen. Wir verbanden uns auch mit dem Gestein des Berges, dem Gips. Durch Meditationen und radiästhetische Arbeit an topographischen Karten entdeckten wir die zentralen geomantischen Orte. Dies sind die Orte der Schöpfungsdreiheit aus Werden, Sein und Wandlung - die drei Aspekte der Göttin - oder auch das vitalenergetische Zentrum, das Herzzentrum und das Zentrum der Elementarwesen. Als weitere geomantische Phänomene, welche den Berg mit der umliegenden Landschaft verbindet, fand sich ein Drachenweg, eine Drachenlinie und Leylinien. Wesentlich vertieft wurde die Beziehung zwischen dem Krösselberg und uns in einem Ritual, bei dem wir in Gruppen die zentralen geomantischen Orte aufsuchten und uns zu einer verabredeten Zeit von dort aus innerlich in Gedanken und Gefühlen miteinander verbanden. Durch diese Arbeit wurde das Bewusstsein des Berges durch unser Bewusstsein erkannt und zum Ausdruck gebracht. Wir erlebten den Berg als kraftvoll und in seiner Identität gestärkt. Die weitere Arbeit führte uns zur Bedeutung des Berges für die Landschaft und für die hier lebenden Menschen. Eine Landschaftsaufstellung - angelehnt an die Familienaufstellung nach Bert Hellinger an - gab Aufschluss über die Beziehungen des Krösselberges zu den anderen charakteristischen Landschaftsteilen und zu den Menschen.

Hier können Sie einen neuen Kommentar zu diesem Artikel verfassen





Bitte lösen Sie die untenstehende Rechenaufgabe und tragen Sie das richtige Ergebnis ein. Sie helfen damit, den Missbrauch dieses Online-Formulars und Spam zu verhindern. Herzlichen Dank.

sieben minus sechs =