Genius Monacensiae

Eine ortsbiografische Annäherung an den Genius Loci von München

von Reinhard Falter erschienen in Hagia Chora 6/2000

Der Naturphilosoph Reinhard Falter nähert sich dem Genius Loci Münchens, indem er die geistigen Strömungen, welche die Stadt seit ihrer Gründung geprägt haben, betrachtet und historisch auswertet. Dieser nicht nur für die Geomantie eher ungewöhnliche Ansatz macht den Text zu einem wertvollen Dokument, das eindrucksvoll beweist, dass kulturelle Wirklichkeit tatsächlich aus Ideen entsteht.

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Der Geist eines Ortes wurde in mythischen Zeiten als Stadtgöttin mit Mauerkrone oder als menschen- oder schlangengestaltiger Gott dargestellt. Solche Personifizierung hat Erkenntniswert. Die erste Entscheidung, die bei der Personifizierung eines Genius Loci wie überhaupt einer starken Atmosphäre zu treffen ist, ist diejenige, ob der Geist einer Stadt männlich oder weiblich ist. Ludwig Klages, der z.B. Florenz, Zürich, Berlin als männlich und Venedig, Bern und Paris als weiblich bezeichnet, versuchte eine Beschreibung des Genius Loci von München: "Kein Genius Loci lässt sich zerlegen, weil er Auszug und Essenz unübersehlicher Elemente ist (...) Und so müssen wir von den Elementen jener Ortsseele weiterhin nennen: die bayerische Hochebene mit ihren Seen und Hochmooren, ihren reißenden Bergströmen, ihren strahlenden Mittsommertagen, der Herbheit ihrer Luft, den herbstlichen Nebelschwaden, den schwülen Föhnstürmen und peitschenden Regenschauern. Wir haben Bedingungen aufgezählt, die Ortsseele selbst ist das nicht, man kann sie nicht aussprechen, man kann nur mit mehr oder weniger Glück ihre Sinnbilder aufsuchen. Wir finden deren zwei: rostbraunen Brodem und tiefdurchsichtiges Himmelblau. Symbole, wie wir hören werden, sind Wirklichkeiten, und Wirklichkeiten lassen immer auch ihre Spur zurück in der Realität der Dinge: weißblau waren die bayerischen Landesfarben, blau die Briefkästen, die Trambahnen, die Uniformen, blau war im ?Wahrzeichen Münchens , der unvergleichlichen Frauenkirche, das mit Sternen durchstickte Deckengewölbe, blau ist oder sollte sein der Mantel der ?Mutter Gottes . Der rostbraune Brodem aber, der heimlich zur Nacht über jedem Bräuhaus und den sommerlichen Kastanienkerzen jedes Bierkellers zitterte, wölkte bei unbedecktem Himmel sichtbarlich über dem abendlichen Menschengewirr und Lärm und Dunst und Lichtergefunkel und Feuerschein jedes Oktoberfestes." Das Herangehen bei der Suche nach dem Genius Loci Münchens in diesem Artikel ist ein "ortsbiografisches". Wir fragen nach der Geschichte Münchens, nicht nach dem, was an äußeren Einflüssen diese Stadt geprägt hat, nach Kriegen, Herrschern, Mentalitätswandel, sondern wir fragen, was von München an Impulsen für Bayern und die Welt ausgegangen ist.

Der Gründungsimpuls

München ist eine späte Gründung. Die Stadt hat keinen Anteil an Antike und Frühmittelalter, das heißt an der Formierung des bayerischen Stammes. Allerdings findet sich in der Umgegend eine auffällige Häufung keltischer Viereckschanzen. Münchens Stellung beruht real wie übertragen auf dem Fluss. Die Stadt verdankt Existenz und Wohlstand dem, was von anderswo herkommt. Der Fluss wird ihr in besonderer Weise zum Genius Loci. In antiken Mythen firmieren oft Flussgötter als Stadtgründer. München wäre so ein Fall, wäre es in mythischen Zeiten entstanden. Der Fluss ist zugleich Hindernis (Herausforderung) und Weg (Chance). München ist nicht nur eine junge Stadt, sondern auch eine Stadt des Neuen. Die Stadt wurde gegründet in Konkurrenz zu Freising, dem alten Kulturmittelpunkt der Gegend. Auf Freisinger Gebiet, in Oberföhring, liegt der aus der Römerzeit stammende Übergang der Salzstraße, den Heinrich der Löwe nach München verlegt. Mit seiner Gründung richtet sich München somit gegen eine der bedeutendsten Figuren hochmittelalterlichen Geistes, den Bischof und Geschichtsphilosophen Otto von Freising. Er ist Repräsentant jener mittelalterlich-christlichen Gesinnung, die die Vorstellung eines irdischen Fortschritts ablehnt. Demgegenüber ist die Stadt das Produkt der modernen Verdichtungstendenz zwischen den alten Stützpunkten Augsburg und Salzburg. München ist das Produkt der von Fürsten, in seinem Fall von Heinrich dem Löwen, geförderten Handelsprosperität, die zugleich mit der Dominanz der bürgerlichen Kaufmannsschicht deren Heilsunsicherheit zu geschichtlicher Bedeutung bringt. Hier liegt der Keim zur Auflösung des Mittelalters. Die Münchner Geschichte beginnt mit einem Paukenschlag, nicht wie die Geschichte der Orte ringsum, die alle viel früher in die Geschichte eintreten mit irgendeiner kleinen Schenkung. An Münchens Wiege stehen die beiden mächtigsten Männer des Reiches, Friedrich Barbarossa und Heinrich der Löwe. Und widerstrebend steht da auch Otto von Freising. Nicht nur Reichsbischof ist er, Oheim des Kaisers, sondern einer der bedeutendsten Geschichtsschreiber des Mittelalters. Neben so viel Berühmtheit geht der erste Münchner, der in der Gründungsurkunde Münchens genannt wird, fast unter - es ist der Zöllner. Der erste Wittelsbacher Herzog beerbt unmittelbar Heinrich den Löwen. Doch es sieht schlecht aus für München in diesem Jahr 1180. Friedrich Barbarossa widerruft den Augsburger Schiedsspruch, und das hätte die Rückverlegung des Brückenübergangs nach Oberföhring bedeutet. In einer Chronik heißt es sogar, München sollte zerstört werden. Sehr wahrscheinlich ist, dass München eine Zeit lang zu Freising gehört hat. Hätten die Freisinger Ahnung gehabt von der Macht des Genius Loci, sie hätten die Zerstörung vollzogen. Denn die Wittelsbacher traten nur allzu bald in die Fußstapfen des großen Heinrich.

Der Mönch im Wappen
Der Mönch im Wappen Münchens ist ein Bettelmönch mit Kapuze, ein Angehöriger jener Bewegung, die auf der Höhe des Mittelalters dessen Ende einleutet und die lange beschäftigt sein wird, es zu Grabe zu tragen. Das Franziskanertum selbst ist Produkt derselben Entwicklung. Es sind Kaufleute wie Franz von Assisi, die aus existentieller Heilsunsicherheit heraus den Rückweg zur Radikalität des Urchristentums suchen. Leben, wie Christus und seine Jünger gelebt haben, ohne Besitz als Wanderprediger - das ist für die im Mittelalter das gesamte kulturelle Leben umfassende, reiche und mächtige Institution Kirche eine Herausforderung. Dass die aufstrebende Stadt sich mit dem aufstrebenden Geist des Franziskanertums verband, nimmt nicht Wunder. Sie tut dies gewiss nicht aus subjektiv bewussten Impulsen. Dies ist nicht einmal bei ihrem Stadtherren, Ludwig dem Bayern, der Fall. Das Bündnis ist äußerlich aber so folgenschwer, dass es kaum zufällig zu nennen ist. Ludwigs des Bayern historische Bedeutung besteht sogar hauptsächlich darin, dass er einen Raum schuf, in dem das Neue, der "Nominalismus" in der Wissenschaft und der "Konziliarismus" in der politischen Theorie, groß werden konnte. Diese beiden geistigen Mächte prägten nicht nur das Spätmittelalter, sondern wurden grundlegend für neuzeitliche Wissenschaft und demokratische Idee. Zwei Bereiche sind es, die hier ganz neu formiert werden, die Naturbeziehung und die Sinngebung menschlicher Gemeinschaft. Ansonsten schuf Ludwig zwar mit der Stadterweiterung die äußere Gestalt, die München bis 1800 haben sollte und die sich heute noch im Stadtbild als Altstadt abzeichnet, doch dieser Stadt eine dauerhafte Mittelpunktsfunktion in Europa zu geben, gelang ihm nicht. Sein Nachfolger Karl IV. verlegte das Reichszentrum nach Prag, und durch die Landesteilung unter Ludwigs Nachkommen sank München sogar zur Residenz eines Teilherzogtums herab. Das machtpolitische Hin und Her in der Geschichte Ludwigs des Bayern wäre angesichts dieses Ergebnisses nicht der Rede wert, doch was unter seinem Schutz in München von den franziskanischen Asylanten entwickelt wurde, verschaffte München nicht nur die erste Weltbedeutung, sondern verlieh der Stadt auch ihre bisher größte Ausstrahlung. Die Verbindung von Geistes- und Machtgeschichte bringt der legendäre Ausspruch des Franziskaner-Philosophen Wilhelm von Occam auf den Punkt: "Schütze Du uns mit dem Schwert, wir wollen Dich mit der Feder beschirmen." Die Franziskaner hatten sich zum Kaiser geflüchtet, weil sie dort vor den Nachstellungen des avignesischen Papsttums geschützt waren. Der machtpolitische Anlass ist für unsere Betrachtung ohne Bedeutung. Der Konflikt, in dem die Franziskaner stehen, ist ein theologisch-philosophischer, der Streit von sogenannten Nominalisten und Realisten. Es geht hier um die Frage, welche Rolle den Ideen oder Begriffen in der Welt zukommt, ob sie die eigentliche Wirklichkeit (Realia) sind oder bloße Namen (Nomina). Wir würden heute dem Nominalisten recht geben, wenn er sagt: "Wirklich ist der Tisch, den ich anfassen kann, sekundär der Begriff, den die Menschen davon haben und ob sie ihn tabula, table oder Tisch nennen. Wenn es keine Tische gäbe, hätte auch nie ein Mensch den Begriff Tisch gebildet." Aber hören wir einmal den Realisten, er würde z.B. sagen: "Umgekehrt wird ein Schuh daraus, wenn nicht zunächst ein Tischler die Idee Tisch hätte, gäbe es keinen Tisch ..." Daraus ergibt sich die theologische Fragestellung nach der Rolle Gottes als Schöpfer. Hat Gott nach Ideen geschaffen, dann wird der eigentliche Schöpfungsakt rückverlegt in eine Schöpfung der Ideen, oder aber Gott war bei der Schöpfung nicht frei - oder nicht allein, da die ewigen Ideen so etwas wie selbständige Geistwesen (Engel) wären. Historisch brisant wird diese Auseinandersetzung in dem Augenblick, wo sie zur politischen Waffe wird. Occam wirft nämlich der Gegenpartei der Realisten, und damit dem Papst, vor, dass ihre Konzeption von Ideen mit der Allmacht Gottes unvereinbar sei. Das sei ein Grund, den Papst als Verkünder von Irrlehren abzusetzen, und diesen Grund brauchte Ludwig der Bayer.

Individuum und Demokratie
Es ist nicht ganz leicht, den Impuls zu verstehen, der sich unter dem Schlagwort Nominalismus verbirgt, und dabei den Zusammenhang zu den Franziskanern herzustellen. Die franziskanische Suche nach einer direkten Beziehung zu Gott und die Erfahrung, dass ein Leben wie das von Christus und seinen Jüngern möglich ist, waren es, die Mut machten, die Konstruktionen der mittelalterlichen Weltordnung aufzugeben. Die Konsequenz, die sich daraus ergibt, ist zweigesichtig: Einerseits tritt Gott zur Natur, die nicht mehr als Ausprägung der Ideen gedacht wird, in viel schärferen Gegensatz. Andererseits fordert der Gedanke der radikalen Freiheit Gottes, der, was heute so ist, morgen anders machen kann, eine strikte Orientierung an dem der Erfahrung Vorliegenden. In dieser Zuwendung zum Begegnenden ist durchaus eine Anknüpfung an die liebevolle Zuwendung des heiligen Franziskus zum Einzelwesen in der Natur gegeben. Die zentrale Lehre Occams ist, dass von den Einzelwesen und ihren Qualitäten eine unmittelbare Erfahrung möglich ist, ohne dass dazu der Umweg über allgemeine Qualitäten genommen werden muss. Die Erkenntnis der Rose bedarf nicht des allgemeinen Begriffs Rose, vielmehr entspricht dieser Begriff der einmalig konkreten Rose nur zum Teil, ja verdeckt ihre Individualität. Die unmittelbare Erkenntnis von Entitäten nennt er notitia intuitiva. Diese Notitia intuitiva durchbricht die Grenze zwischen Übersinnlichem und Sinnlichem. Ein Gedanke etwa kann mir realen (nicht nur gedanklichen) Schmerz bereiten. So erfahre ich auch diesen Gedanken als konkrete Entität. Der Notitia intuitiva gegenüber steht die notitia abstractiva. Durch sie erhalten wir Kenntnis von Begriffen, diese haben ihre Realität nur intra animam (im Geist). Während die so gewonnenen abstrakten Begriffe durch Definition eindeutig bestimmt sind, weil sie gar kein anderes Sein haben als das ihres Zusammenhangs im Geist, sind die Entitäten, die in der Notitia intuitiva aufscheinen, gerade dadurch gekennzeichnet, dass sie von keiner Definition ganz erfasst werden. Viel mehr als für die die Neuzeit beherrschende naturgesetzliche Auffassung scheint Occam Bahnbrecher eines Konzeptes des "sich selbst Aussprechens" der Natur zu sein, einer Natursprache. Bei Occam ist Realität die augenblickshafte Begegnung. Außending und Innending haben den Charakter der Bildhaftigkeit gemeinsam. "Ja, die Vollzüge der Natur werden als Sätze gedacht. Nicht in mathematischen Formeln, sondern in den Sätzen des Wortes Gottes ist das Buch der Natur geschrieben." Insofern steht Occam am Anfang einer Tradition, die über Paracelsus, Böhme, Baader und den späten Schelling führt und die als "metaphysischer Empirismus" bezeichnet werden könnte. Occam geht es demnach zentral um die Rettung des Individuell-Geistigen gegenüber dem Entindividualisiert-Allgemeinen, mit Goethe gesprochen darum, dass die Dinge zunächst einmal Ausdruck ihrer selbst und nicht für etwas anderes sind. Neben der Philosophie Occams kommt ein zweiter Hauptimpuls hinzu, nämlich die Vergeschichtlichung der Welt, unter den Münchner Asylanten am stärksten vertreten von Marsilius von Padua. Es ist nur konsequent, dass sich die Methode der Wahrheitsfindung ändern muss, wenn Wahrheit so ganz grundsätzlich etwas anderes ist, als sie bisher verstanden wurde. Beruht Wahrheit aber auf der Notitia, so ist die rationalste Form der Wahrheitsfindung der Austausch zwischen all denen, die mit einer Sache befasst sind. Deshalb folgt für Marsilius ganz selbstverständlich, dass das Konzil, in dem die Intuitionen und Definitionsbemühungen vieler zusammenkommen, über dem Papst steht. Bei Marsilius finden sich sehr modern anmutende Denkformen, etwa wenn er ganz nebenbei in krassem Gegensatz zur augustinischen Verfallsvorstellung eines Otto von Freising die Fortschrittsidee formuliert: "Denn vom weniger Vollkommnen zum Vollkommneren führt immer der Gang der Natur und der menschlichen Schöpferkraft, ihrer Nachahmerin." Damit wird Geschichte als Entwicklung gedacht, in der tatsächlich Neues entsteht, weil Gott eben frei ist und weiter wirkt. Demokratie ergibt sich für Marsilius nicht aus Gerechtigkeits-, sondern aus Erkenntnisgründen. Nicht Interessen sollen demokratisch abgewogen werden, sondern Gründe. Nicht die Abstimmung, der Disput ist das produktive Element.

Hauptstadt der Gegenreformation
Nach dem Tod Ludwigs des Bayern sinkt München in Folge der ständigen Landesteilungen der Wittelsbacher zur Hauptstadt eines Kleinfürstentums herab. Überregionale Ausstrahlung hat München dann bemerkenswerterweise nicht in der Zeit seiner bürgerlichen Hochblüte im 15. Jahrhundert, sondern im Zeichen des beginnenden Absolutismus, als das Bürgertum seine Macht gegenüber dem Landesherrn einzubüßen beginnt. Deutlichstes Zeichen dafür ist der zweite Mauerring, der kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg errichtet wird. Ludwig der Bayer hatte den Bürgern Steuerbefreiung gewährt, weil er als Landesherr Interesse an einer starken Stadt hatte. Maximilian erlegte eine Sondersteuer auf und ließ nicht mehr die Bürger bauen, sondern baute in eigener Regie. Und nicht die Bürger entschieden das Schicksal der Reformation in München, sondern der wittelsbachische Landesherr. Luther steht in der Tradition des Gründungsgegners von München, Ottos von Freising, viel mehr als in der eines Occam. Die Reformation hat in München solange Boden, wie sie ihren rückbesinnungshaften Anteil nicht verabschiedet. Das bloße Vorwärts unter Abschneiden der alten Geistigkeit aber konnte hier nicht gelingen. So wie es das überzeugendste Argument der Reformationsprediger war, darauf hinzuweisen, dass doch die Praxis der Kirche mit den Intentionen des biblischen Jesus schwerlich vereinbar sei, so wurde es zum großen Trumpf der Gegenreformatoren, darauf hinzuweisen, dass doch in den entleerten Kirchen der Reformation kein Platz mehr ist für all die Wesen und Zwischenwesen, die den meisten Menschen der Zeit erfahrbarer waren als Gott selbst. Ein Blick auf das Jesuitendrama, z.B. Jacob Bidermanns "Cenedoxus" von 1609, zeigt, dass hier das innere Drama auf die Bühne gebracht wird, das für die damaligen Menschen noch kein inneres ist, der Kampf der guten und bösen Geister um die Seele des Menschen. Da prügelt sich der Schutzengel auf offener Bühne mit einem der Nebenteufel, und die Leute hatten das Gefühl: Ja, genauso geht es in der Welt und auch in mir zu. Nicht durch das Wissen oder den Glauben um irgend etwas Vergangenes, sondern durch die rechtzeitige Anrufung einer heute wirkenden Schutzmacht, eines Heiligen oder Engels werden wir gerettet. So ist also auch die Gegenreformation ein sich Beziehen auf Erfahrung, besonders die Erfahrung des Hineingestelltseins in einen Kampf der Mächte ohne allzu große Rücksichtnahme auf Systematisierung und Verwissenschaftlichbarkeit dieser Erfahrung. Es ist wohl kein Zufall, dass in München die größte Renaissancekirche nördlich der Alpen steht. Christus ist in der Michaelskirche nur als Sonne anwesend. Die Realität des Menschen ist aus Sicht der Jesuiten das Hineingestelltsein in den Kampf der Mächte, die allerdings strikt nach Gut und Böse geordnet werden. Die Münchner Barockkirchen nach dem Dreißigjährigen Krieg wirken nach dieser Engführung des Tonnengewölbes als Aufatmen, der Himmel steht neu offen, und die Geister steigen auf und nieder.

Hort der Spätromantik

Unumstritten ist Münchens Ausstrahlung als Hauptstadt der Spätromantik. In ihren Trägern waren alle früheren Zentren der Romantik vertreten. Heidelberg mit Görres und Brentano, Jena mit Schelling und Dresden mit Schubert. Bedeutsam erscheint die durchgängige Verbindung von lichtem Spätbarock der Aufklärungszeit und Romantik in München. Zentralfigur ist dafür Karl von Eckartshausen, der freilich in seinen frühen Schriften ein Vertreter aufklärerischer Todesverdrängung war. Die Aufklärung kann verstanden werden als Wendung des Absolutismus gegen die Kirche. Ganz selbstverständlich sieht sich der Aufklärer in der Tradition der Franziskaner, "welche mehrgedachten Kaiser Ludwig so herzhaft wider den Papst verteidiget". Franz von Baaders Dissertation "Vom Wärmestoff", 1786, gilt häufig als der Beginn der romantischen Naturphilosophie. Schließt man sich dem an, so ist München sogar Ausgangs- und Endpunkt dieser Bewegung. In seiner Kritik des herkömmlichen Theismus greift Schelling gerade den Hauptpunkt Baaders auf, dieser habe zu einem unnatürlichen Gott und einer gottlosen Natur geführt. Dabei zeigt sich Schelling in nominalistischer Tradition: "Wo Hegel die Begriffe hat, sind sie ganz subjektiv. Die Begriffe sind doch erst nach der Natur, nicht vor ihr. Abstrakta können sie nicht eher sein als das ist, wovon sie abstrahiert sind." Deutlicher noch ist der Zusammenhang von Freiheit und Empirie: Freies ist nur a posteriori (geschichtlich) zu erkennen. Damit vereint Schelling die Momente dessen, was ich "esoterische Philosophie" nenne, Goetheanismus, Bezug auf den Mythos und Überschreitung des rein Rationalen auf eine nicht begrifflich wiedergebbare Erfahrung hin. Auch die Frage nach der Freiheit Gottes taucht neu auf. Schellings Naturphilosophie selbst betonte bereits den Prozesscharakters des Seins. Seine "Darstellung des Naturprozesses" von 1843/44 erklärt Natur in den Kategorien seiner Philosophie der Mythologie. Mythologie wiederum ist eine zweite Schöpfung, eine Wiederholung des Naturprozesses, in ihr sei dieselbe Bewegung wie in der Natur. Schellings Philosophie steht wirklicher Geschichtlichkeit offen gegenüber, und insofern bietet ein als esoterischer Empiriker gegen den Strich gelesener Schelling einen wichtigen Anknüpfungspunkt für alles, was von München ausgehen kann.

Der Wandel zur Oase
Um 1850 bereits hat sich der Kunststadtcharakter Münchens gewandelt. Was von der Romantik weiterwirkt, ist nicht mehr Aufbruch, es wird konservativ. München ist jetzt "Oase" (Klages) in einer Welt, die von Technik, Industrie und Kapitalismus geprägt wird. Unmittelbarer Ausdruck der Oasen-Situation ist der Heimatschutz. Der Keim der späteren Heimatschutzbewegung liegt in München bei Wilhelm Heinrich Riehl, der bereits 1852 in "Land und Leute" schreibt: "Jahrhundertelang war es eine Sache des Fortschritts, das Recht des Feldes einseitig zu vertreten; jetzt ist es dagegen auch eine Sache des Fortschrittes, das Recht der Wildnis zu vertreten neben dem Recht des Ackerlandes. Und wenn sich der Volkswirt noch so sehr sträubt und empört über diese Tatsache, so muss der volksforschende Sozialpolitiker trotzdem beharren und kämpfen auch für das Recht der Wildnis." Dieses Recht der Wildnis und der Wildheit wird nun zum Leitmotiv dessen, was das München um 1900 ausmacht.
Am deutlichsten auch in nominalistischer Tradition stehend ist der Blaue Reiter. Nicht der Schritt zur Abstraktion an sich (der auch andernorts vollzogen wurde), sondern das Wie dieses Schritts ist das Beachtenswerte. Wie sehr der vorkonstruktive Kandinski Anliegen der romantischen Naturphilosophie aufnimmt, zeigt Folgendes: "Jeder Gegenstand (ohne Unterschied, ob er direkt von der ?Natur geschaffen wurde oder durch menschliche Hand entstanden ist) ist ein Wesen mit eigenem Leben und daraus unvermeidlich fließender Wirkung. (...) Die Natur, das heißt, die stets wechselnde äußere Umgebung des Menschen, versetzt durch die Tasten (Gegenstände) fortwährend die Saiten des Klaviers (Seele) in Vibrationen. Diese Wirkungen, welche uns oft chaotisch zu sein scheinen, bestehen aus drei Elementen: das Wirken der Farbe des Gegenstands, seiner Form und das von Farbe und Form unabhängige Wirken des Gegenstandes selbst. Nun tritt aber an die Stelle der Natur der Künstler, welcher über dieselben drei Elemente verfügt ..." Auch Franz Marc geht es im Streit mit den Impressionisten um die Frage, wer dem Herzen der Natur näher sei. Die Pferde, Rehe, oder auch der Tiger Marcs wollen nicht das Pferd zeigen, wie es der Mensch gewöhnlich sieht, sondern wie es an sich selbst ist. Wesensfarben werden gewählt, und auch die Umgebung ist die Ausstrahlung des Tieres, weiche, fließende Formen beim Pferd, spitze beim Tiger, das grüne Dreieck nimmt seine Augenfarbe auf. Bei den frühen Bildern werden die Konturen in den Komplementärfarben gezogen, das Wesen grenzt sich ab gegen seine Umwelt, indem es sein Gegenbild als farbigen Schatten der Aura hinterlässt. Denn jedes Wesen ist von der Art des Lichts. Auch Kandinskis "Romantische Landschaft" spricht die innere Bewegung des Betrachters an. Erst wenn sie zum inneren Bewegungserlebnis wird, ist die Landschaft wirklich erfasst. Die Abstraktion ist zunächst notwendige Bedingung solcher Erlebnisse, denn die Fülle verstellt uns den Blick auf die Wirkungen, die Gegenständlichkeit den Blick auf die Wirklichkeit. Wirklichkeit aber ist, was die Dinge für sich sind, nicht in welchem Licht sie erscheinen, sondern was sie an Licht über ihre Umgebung verbreiten. Die Autoren des Blauen Reiters sind sich der spirituellen Dimension ihres Tuns durchaus bewusst. Franz Marc spricht in dem Aufsatz "Die Wilden Deutschlands" sogar von der "kommenden Religion". Bei der Suche nach Vorbildern werden die so genannten Primitiven wichtig, von oberbayerischen und russischen Hinterglasmalereien bis zur Eingeborenenkunst ferner Erdteile. Der Bezug auf die Volksreligiosität, mehr noch aber auf die Landschaft, scheint konstitutiv. Auch der Blaue Reiter hat die typische Janusgesichtigkeit Münchens, er ist nicht einfach Avantgarde, sondern sucht zugleich eine alte Geistigkeit in der primitiven Kunst. So sagt Franz Marc: "Die Mystik erwachte in den Seelen und mit ihr uralte Elemente der Kunst."
Oberflächlich gesehen, sind der Blaue Reiter und die Kosmiker, die sich in den George- und den Klageskreis spalten, Antipoden. Aber auch Klages geht es um die Freilegung einer Wirklichkeit, die durch unsere Fixierung auf Gegenständlichkeit und Gesetzlichkeit verstellt ist. Wirklichkeit ist für ihn das, was in der unmittelbaren Erfahrung wirkt, und dies nennt er die Bilder. Klages hat in München das Konzept von der "Wirklichkeit der Bilder" entwickelt. Seine Schüler sind damit unter anderem gegen die idealistische Goetheinterpretation zu Felde gezogen. Was ihn dabei mit Occam wie mit Kandinski verbindet, ist der Impuls, die Dinge in dem Licht zu beschreiben, das von ihnen selbst ausgeht, lumen naturae sagt die paracelsische Tradition dazu. Wenn man sich Klages erkenntnistheoretische Ansätze ansieht, dann wird einem wieder die spezifisch münchnerische Abweichungsrichtung von der Klassizität des deutschen Idealismus deutlich: Klages scheidet scharf Tatsachen und Wesen: "Es gibt bloß eine einzige Tatsache, die zugleich Wirklichkeit hat: Das Ich; alle sonstigen Tatsachen verdanken ihr Dasein der Tätigkeit des Ichs."

Hauptstadt welcher Bewegung?

Für das 20. Jahrhundert ist mit München jene Bewegung verbunden, die ihr den zweifelhaften Ehrentitel "Hauptstadt der Bewegung" zusprach. Doch der Nationalsozialismus, der 1933 zur Macht kam und sich in der Mordaktion, die den Namen Röhmputsch trug, von seiner Vergangenheit frei machte (Friedrich Prinz spricht hier von Entbajuwarisierung), war ein anderer als der, der dort 1923 zu putschen versuchte. Der Putsch von 1923 hatte zum Hintergrund tatsächlich München, nicht nur als Hauptstadt der "Ordnungszelle Bayern", sondern als Hauptstadt der braun gewordenen Triebe ehemals grüner Romantik und Lebensreform. Zunächst kann der Wechsel innerhalb von fünf Jahren von München als erster Stadt der Novemberrevolution 1918 und einziger großer deutscher Räterepublik zur Stadt des nicht zufällig auf den 9. November gelegten Hitlerputsches stutzig machen. Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. In der Räterepublik erreicht München als Wirkungsplattform von "Zuagroasten" (nicht Eingeborenen) einen Kulminationspunkt, und es sind neben dem "Freikorps Epp" vor allem die Oberlandler, die dem Spuk ein Ende bereiten. Und nun setzt eine Selbstprovinzialisierung als Reaktion ein. Traditionalisten und Heimatschützer wie Gustav von Kahr gewinnen an Gewicht - der romantische Neuaufbruch ist museal, und das heißt auch akademisch, geworden. Das Programm Ludwigs I. einer Anknüpfung und eines Wettteiferns mit der Vergangenheit erweist sich als undurchhaltbar. Parallel dazu geht der Impuls Ludwigs II., der den Zusammenhang von Königtum im Reich der Kultur und im Reich der Realität nicht mehr halten kann. Er muss dazu München, die Großstadt verlassen und seine Märchenschlösser an einsamen Orten bauen. Seine Nachfolger verkörpern die Unfähigkeit, noch einmal das Himmelblau stark zu machen gegen den überhand nehmenden Schmutz eines immer unverhüllteren Mammonkultes.
Der Hauptstrom der romantischen Bewegung durchläuft zwei Phasen seiner Selbstaufgabe. Da ist einmal die Veräußerlichung im ersten Weltkrieg. Der Gegner wird nun nach außen projiziert: "Französische" Dekadenz, "englischer" Händlergeist, "amerikanische" Seelenflachheit und "russische" Barbarei haben sich zum Endkampf der bloßen Zivilisation gegen die Kultur verschworen. Das erklärt den Umschwung vom Kulturpazifismus des Jahrhundertanfangs, der sich die Barbarei eines Krieges in Europa gar nicht mehr vorstellen kann, zur Verehrung der Kruppkanone zum Allheilmittel im Kampf der Kultur gegen die Zivilisation. Nach der Niederlage wird die Projektion aufrechterhalten, aber entsprechend der nicht mehr klaren, äußerlich bestehenden Frontlinie auf einen diffusen Gegner bezogen. Alle Züge des Abgelehnten schließen sich zusammen im Vorurteil gegenüber den Juden. Antisemitismus gab es auch vorher schon, doch nun symbolisiert der Jude alles, was abgelehnt wird. Er bezeichnet durch ein Bild das, was nur schwer auf einen Begriff zu bringen ist, nämlich was die "Feinde" im ersten Weltkrieg gemeinsam haben. Hitler zeigt dabei nur eine vulgarisierte Version eines Empfindens, das breit vorhanden ist, eine Version, die zutiefst angekränkelt ist von jenem Weltverhältnis, für das "der Jude" eingesetzt wird, nämlich dem Materialismus und Biologismus, der eben überhaupt keinen Blick für das wirklich Individuelle hat, aber sich sehr wohl nutzen lässt zur Zerschlagung der alten Sozialformen. So ist der Nationalsozialismus zu einer Revolte gegen die Transzendenz geworden. Die neuzeitlichen Ideologien als Säkularisierungsprodukte des Christentums zerstören das, was sie auf ihre Fahnen schreiben, Religiosität, Hoffnung, Gewissheit, Sich-eins-Wissen, Überwindung der Angst. Beim Sozialismus ist es die Gemeinschaftlichkeit, die in Bürokratie erstickt, beim Liberalismus die Freiheit, die im Selbstverkaufszwang endet, beim Faschismus die Mittebildung zwischen beiden, die in der Verabsolutierung des Behauptungswillens erstickt. Die Religion der Liebe wird eine Bewegung mörderischen Hasses. Das Urphänomen der Liebe ist eben, wenn versucht wird, es kausal zu erfassen, immer schon negiert. Gegenseitigkeit denken, heißt der Logik der Liebe und nicht der Logik der Macht zu folgen. Es hat enorme Konsequenzen, ob ich Liebe als ein Gefühl (subjektiv und monozentrisch) oder als eine Wirklichkeit (bizentrisch) beschreibe. Im einen Fall ist ihre Gegenseitigkeit bestenfalls noch als wechselseitiger Egoismus "rekonstruierbar", im anderen Fall ist die Realität als Polarität ihren Trägern vorgängig. Aus demselben Grund schlägt die Betonung der Hoffnung der Frohbotschaft in eine Kultur der Höllenangst um, das Sich-eins-Wissen mit dem Vater verkehrt sich zur Egomanie des europäischen Pseudoindividualismus. Die Negierung des Todes führt zu einem in Martyriumsbildern schwelgenden Sadomasochismus und zu einer Entwertung der schöpferischen Nacht. Der einseitige Kult von Erleuchtung und Aufklärung führt zu einem Überhandnehmen der verdrängten Kräfte in hinterhältiger Grausamkeit und kollektiver Verblendung.

Ausblick
"Rostbrauner Brodem und tiefdurchsichtiges Himmelblau", das sind die atmosphärischen Farben der Ortsseele, wie sie Klages wahrnimmt und von der er 1940 schreibt, dass sie vergangen sei. Die Wittelsbacher vor allem hatten immer wieder den himmelblauen Pol gestärkt. Die Unterstellung des Landes unter den Schutz der Patrona Bavariae durch Kurfürst Maximilian, den Hauptexponenten der Gegenreformation, und die Aufrichtung der Mariensäule sind vielleicht die deutlichsten Zeichen. Spätestens mit dem Sturz der Wittelsbacherherrschaft 1918 war dieser Pol zusammengebrochen, und mit ihm stürzte auch sein Gegenpol. Der rostbraune Brodem materialisierte sich nun im Schmutz-Braun der Nazis (die Farben der Erdgöttin Schwarz-Weiß-Rot vermengt). Die eigentliche Alternative zum Faschismus ist nicht die Aufklärung, sondern die Respiritualisierung. Stärkung des Himmelblauen und zugleich Differenzierung von Schwarz-Weiß-Rot. Wenn wir so eine Zusammenfassung wagen, werden wir sagen müssen, dass bereits das erste und größte Hervortreten Münchens seine Struktur anzeigt, es geht um die Zuwendung zum Einzelnen nicht in einer Frontstellung gegen das Geistige, sondern gerade im Bestreben, ihn zu konkretisieren. Es geht um eine Wendung zu den historischen Quellen, aber in kritischer Prüfung. Wenn wir den Nominalismus als Rettung des Einzelnen verstehen, dann stehen Schelling und Klages in seiner Tradition. Nominalismus als Vorläufer des Konstruktivismus hat in München keine Wurzeln geschlagen. Die Kräfte des Genius Loci sind nicht verbraucht, aber heute besonders gefährdet, weil es keinen Platzhalter der Kontinuität gibt. Wenige Orte in München sind wirklich mit Erinnerung vollgesogen. Die Gräber der Nominalisten hat die wild gewordene Säkularisation beseitigt. Typisch ist, dass München stets Nährboden für Impulse war, deren Träger von außen kommen mussten. Geboren ist hier kaum jemand, die meisten sind auch anderswo gestorben. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, wie sehr die Idee einer solchen Biographie des Genius Loci selbst vom Münchener Geist inspiriert ist. Es geht um wesenhaften Ausdruck der Wirklichkeit.
Das Gemeinsame der Ausstrahlungen Münchens liegt darin, dass Impulse in Richtung Individualisierung in einen Rückweg ins Mythische münden. Eben weil Wesenhaftes zu erfassen den Menschen braucht (das Berechtigte am Konstruktivismus) und weil der Mensch für den Menschen das Wesen ist, das er von innen kennt, ist das Wesen meist anthropomorph. Die mythischen Gestalten, sei es eines Genius Loci als Stadtgöttin oder als Schlange, sind nicht Produkte von Projektion, sondern Versuche der dem Menschen möglichen Wesenserfassung. Wollen wir den Genius darstellen, so bietet sich tatsächlich das "Münchner Kindl" an, denn ein Kind, etwas Anfängliches ist München geblieben, und etwas Vagabundierendes dazu. Alles in München ist anfänglich. Was von hier ausging, hat sich anderswo vollendet oder hat keine bleibende Gestaltung erlangt. Und ausgegangen ist es dazu meist von "Zuagroasten". München ist ein Durchlauferhitzer. Zu unterschätzen ist aber nicht die Rolle der Platzhalter der Kontinuität - lange vom Hof wahrgenommen. Heute ist München eine Bürgerstadt, aber wird dieses Bürgertum in genügendem Ausmaß begreifen, welche Art von Kultur zur Erhaltung des Charakters einer Hauptstadt des sich wandelnden Bayerns nötig ist? Wie andernorts ist ja auch hier ein Großteil der so genannten hohen Kultur museal.