Kleine Kulturgeschichte des Genius Loci

Mitschrift eines Vortrags zur historischen Herleitung des Genius-Loci-Begriffs

von

Genius Loci - der Geist eines Ortes: ein traditionsreiches Wort für ein traditionsreiches Phänomen. Von der Antike bis heute: immer wieder taucht dieses Wort auf, immer wieder nimmt man darauf Bezug, immer wieder will man damit etwas sagen, will damit auf gewisse Phänomene hinweisen. Besonders in den letzten Jahrzehnten, im Zuge der nicht abebbenden umwelt- und naturbezogenen Diskussionen, erfuhr dieser Begriff eine regelrechte Renaissance. Der folgende Text untersucht, woher der Begriff kommt und welche Veränderungen er im Lauf der Epochen erfahren hat.

Der Mythos lebt. Er wurde nie vom Logos überwunden, wenn überwunden meint: getötet. Wenn wir sagen: "Schau! Dort! Die Sonne geht unter. Schön, nicht?" - dann ist der Mythos da.
Der Logos kann den Mythos überformen und überbauen, verplanen und planieren, verstellen und verdrängen - selbst zubetonieren - nie aber ausmerzen.
Die wissenschaftliche Erklärung mag uns (auf der Basis des Logos wie sich versteht) immer und immer einhämmern: dass nicht die Sonne es ist, die untergeht, sondern nur dieser Fleck Erde hier sich soeben aus der Sonne dreht; dass die Sonne weder gehen noch untergehen kann: sie hat nämlich keine Füße; und - zu guter Letzt - was heißt hier schön? Alles Anthropomorphismen, Die Realität (des Logos wie sich versteht) sieht anders aus.
Doch diese Erklärung ändert nichts daran, dass auch morgen die Sonne wieder untergehen wird. Schön, nicht?
Ein Beispiel, an dem man ebenfalls sehr gut sehen kann, dass der Mythos durch den Logos nicht auszumerzen ist, ist die Geschichte des Begriffs und Phänomens des Genius Loci ...

Der vollständige Text liegt unter folgender Adresse im Archiv:
http://www.geomantie.net/downloads/archiv/kozlgeniuslang.html