Qi, Yin-Yang und Ba Gua

Das Feng-Shui-Lexikon. Für Sie aus Orignaltexten zusammengestellt von Dr. Manfred Kubny

von Manfred Kubny erschienen in Hagia Chora 2/1999

Qi
Qi ist das zentrale Konzept der traditionellen chinesischen Wissenschaften. Qi kann "Atem", "Luft", "Dampf", "Gas", "Wetter", aber auch "Art und Weise einer Sache", "Veranlagung", "Temperament", "Kraft", oder "lebensspendendes Prinzip", "Einflüsse" oder "materielle Kraft" bedeuten. Im Feng Shui bedeutet Qi "Lebenskraft", "Blut der Erde", "Wirkung von Formen und Situationen" und "klimatische Einwirkungen". Qi ist in der Lage, sich zu sammeln und zu verstreuen und trübe oder klare Zustände anzunehmen, aber auch zu verstopfen und abzufließen. Direkter Ausdruck des Qi im Feng Shui sind das Wasser als das Blut der Erde sowie alle klimatischen Ereignisse. Nach der chinesischen Auffassung ist der "Wind" eine Bewegung des Qi in der Landschaft, wohingegen Emotionen eine Bewegung des Qi im menschlichen Körper sind. Der Gesichtsausdruck des Menschen ist ebenso eine direkte Ausformung des Qi, wie auch der Pulsschlag ein Anzeichen für bewegtes Qi ist. Innerhalb der chinesischen Medizin ist Qi der Mittler zwischen Körper und Geist.

Yin und Yang
Die Begriffe Yin und Yang bezeichnen zusammengenommen das Taiji (Tai-chi). In den chinesischen Klassikern werden Yin und Yang als die zwei Qi bezeichnet. Das Bild des Schriftzeichens Yin bedeutet die Schattenseite eines Berges. Yin steht für das weibliche Prinzip, für Weiches, Unbewegtheit, Ruhe, Dunkelheit, Kälte, Feuchtigkeit, Nachgiebiges, Aufnehmendes, für die Wandlungsphasen Metall und Wasser, die inneren Aspekte eines Dinges, für die Erde und Materielles. Das Bild des Schriftzeichens Yang bedeutet die Sonnenseite eines Berges. Yang steht für das männliche Prinzip, für Hartes, Bewegtes, Agierendes, Helligkeit, Hitze, Trockenheit, Drängendes, Gebendes, für die Wandlungsphasen Holz und Feuer, für die äußeren Aspekte eines Dinges, für den Himmel und Funktionales.

Ba Gua
Der Begriff Ba Gua bezeichnet die acht Trigramme des "Buches der Wandlungen" Yijing. Es sind die Trigramme Qian (Himmel), Dui (Wasserdünste), Li (Feuer), Zhen (Donner), Xun (Wind), Kan (Wasser), Gen (Berge) und Kun (Erde). Im Feng Shui bezeichnen die acht Trigramme die vier Himmelsrichtungen und die Topographie der Erde. In der klassischen Literatur werden die Trigramme unterschieden in der Anordnung des "frühen Himmels" und des "späten Himmels". Die Ordnung des "frühen Himmels" zeigt den Zustand der Welt vor ihrer Entstehung, wenn Chaos herrscht und Yin und Yang voneinander getrennt sind und sich noch nicht miteinander vermischt haben. Die Ordnung des "späten Himmels" zeigt den Zustand der Welt nach ihrer Entstehung, wenn die Himmelsrichtungen und Dimensionen existieren und Yin und Yang sich miteinander vermischt haben.