Uranische Wege - Geomantie auf der Infa

von Dipl. Ing. Stefan Brönnle erschienen in Hagia Chora 4/1999

Wie die "glorreichen Sieben" stehen sie da, Schulter an Schulter, die Ruten im An-, Verzeihung - Ausschlag und entsichert. Darunter prangt die Schlagzeile: "Humbug oder Hilfe? Neu auf der Infa: Wünschelrutengänger untersuchen Baustellen". Die abgebildeten Rutengänger sind Teilnehmer der Hagia-Chora-Fachausbildung "geomantische Hausgestaltung", und der Bericht der Bildzeitung beschrieb ihre Arbeit auf dem Messegelände in Hannover, Halle 19. Wie die Heuschrecken waren sie über uns hergefallen: Bildzeitung, Neue Presse, Hannoversche Allgemeine Zeitung, Sat 1 und viele andere. Sicherlich, man hatte uns ein "paar Reporter" angekündigt, doch der dann folgende einstündige Informations-Frage-Sturm erschöpfte die Teilnehmer der Ausbildung doch mehr als der ganze Tag radiästhetischer Arbeit.

Das Experiment
Grund dieses Presserummels war ein gewagtes Experiment: Die neun TeilnehmerInnen der Fachausbildung wollten zur Infa (Oktober 1999) ein geomantisches Erfahrungsfeld schaffen (Hagia Chora berichtete kurz). Das Problem war jedoch: wir hatten für die geomantischen Analysen in der Messehalle nur einen Tag Zeit. Alles, was wir an Fakten und Daten brauchten - Verlauf, Intensität und Polarisation von Wasseradern, Gitternetze, technische Störer, das Äthermilieu der Halle, vitalenergetische und geistige Anbindungen etc. - musste innerhalb dieser Zeit analysiert werden. Auf Basis dieser Daten wollten wir - und das war das eigentliche, grandiose Experiment - einen Erfahrungsraum schaffen und gestalten - gut 70 Kilometer vom späteren Ausstellungsort entfernt.
Eine Ortserfahrung schaffen - unabhängig vom konkreten Ort - war das möglich?
Zehn Wochen vor Beginn der Sonderausstellung "Bauen für die Seele" versammelten wir uns in der (Hexen-)Küche des Tagungshauses "Lebensgarten" in Steyerberg wie eine verschworene Gemeinschaft. Die Idee war, neben den einzelnen Ortsdaten auch die Ortsatmosphäre als Ganzes einzufangen. Dazu wurde Kieselsäure mit destilliertem Wasser gekocht, um alle Informationen darin zu löschen. Der Sud wurde in kleine Fläschchen gefüllt und sofort in Metallfolie und andere abschirmende Materialien gepackt, um eine vorzeitige Informationsprägung zu vermeiden. Dann machten wir uns auf den Weg zur Messehalle, um unsere radiästhetische Arbeit zu beginnen.
Vor Ort wurden die "Hexenfläschchen" an den Ecken des zukünftigen Standes fixiert, durchnummeriert und ihre genaue Lage im Plan verzeichnet. Wärend wir Wasseradern muteten und Ätherströme erforschten, sog sich der Sud in den Fläschchen mit den Frequenzen des Ortes voll - so entstanden örtlich definierte Testobjekte des Standortes.
Nach radiästhetischer Analyse und dem Presserummel fuhren wir erschöpft zurück. Nun begann die eigentliche, einwöchige geomantisch-gestalterische Arbeit:
Ein Seminarraum wurde vollständig leer geräumt. Dann baten wir die Kräfte des Ortes um Verständnis und erklärten innerlich, was wir vorhatten: Wir wollten den 70 Kilometer entfernten Messestandort energetisch identisch neu entstehen lassen. Der Raum wurde energetisch gereinigt, und mittels polarisierter Steine schufen wir eine Art "energetisches Vakuumfeld". Salopp gesagt, führten wir ein Art "temporären Exorzismus mit Ortszustimmung" durch, denn die Ortskräfte zogen sich aus dem Raum zurück.
Nun wurden die Testobjektfläschchen genau wie im Lageplan verzeichnet wieder aufgebaut. Das Unglaubliche geschah: Nach wenigen Minuten hatte sich das energetische Gefüge des Messestandortes aufgebaut. Kontrollen bestätigten: Jede "Wasserader", jedes "Gitternetz", jede "Ätherschicht" lag dort, wo wir sie in der Halle gefunden hatten, mit gleicher Intensität und Polarisation. Es war eine Art Tor in der Raum-Zeit-Dimension entstanden.
Nun aber folgte der 2. große Akt: Würden wir die energetischen Kräfte durch unsere Gestaltung beeinflussen können? Über mehrere Tage hinweg wurde mittels Sand, Wasser, Kristallen und Steinen ein Feld kreiert, das die Kraft des Ortes, seine geistige und energetische Identität in Resonanz brachte und für Besucher leicht erlebbar machen sollte.

Die Gestaltung
Zentrales Gestaltungsphänomen war ein am Messestandort vorgefundener sogenannter Einstrahlpunkt; seine Qualität wurde mittels der Grifflängenradiästhesie als mit dem Planeten Uranus in Resonanz stehend ermittelt. Uranus wird als revolutionär und ständige Veränderung provozierend beschrieben. Deshalb führten wir neben dem eigentlichen "Resonanzkörper" - eine mit Kristallen besetzte Wasserschale, umgeben von 6 Steinen auf einem aus Sand und Torfschichten aufgebauten Hügelchen - ein veränderliches Element ein: Jeder Besucher sollte einen Edelstein mit ins Zelt nehmen, auf dem Resonanzfeld platzieren und beim Hinausgehen einen anderen entfernen. Angeregt wurde der Raum durch das phasenweise Einspielen des Uranus-Tones (Frequenz 51,84 Hz), also der 37. Oktave seiner Umlaufzeit (sogenanntes "Uranus-Jahr").
Der geomantische Erfahrungsraum war Teil des unabhängig von uns entwickelten geomantischen Systems der Sonderausstellung. Die verantwortliche Innenarchitektin Astrid Kircher, selbst bei Anima Mundi ausgebildet, hatte die Stände in Form eines Zwölfecks gruppiert. Was sich auf dieser Grundlage an energetischer Präsenz entfaltete, war erstaunlich, denn Blindversuche mittels Grifflängentechnik ebenso wie die Beobachtung der einzelnen Standgestaltungen erwiesen: Hier bildeten sich in der Mitte des Zwölfecks die vier Elemente ab, umgeben von den zwölf Tierkreiszeichen. So war ein Teichbauer im Zeichen des Krebses platziert, der zweifache Eingang zur Sonderausstellung lag im Zeichen des Zwillings - und wir? Der Stand von Hagia Chora lag im Wassermann und besaß einen Uranus-Erfahrungsraum!

Die Erfahrung
Der 3. Akt des großen Experiments sollte noch folgen: Würde, was wir weit entfernt vom Ausstellungsort entwickelt hatten, für die Besucher erfahrbar werden, oder war alles nur eine riesige Projektion? Neun Messetage hatten wir Zeit, unsere Gestaltung von hunderten "ganz normaler" Messebesucher testen zu lassen. Ein "Erfahrungsbuch" gibt neben den vielen persönlichen Gesprächen Auskunft über die Wirkungsweise des Platzes:
"Eine hervorragende Idee, Erfahrungen sammeln zu dürfen und die Elemente spüren zu lernen. Mich persönlich machte die Uranus-Energie sehr unruhig und kribbelig ."
"Ein wunderschöner Augenblick, die Seele baumeln zu lassen. Ich hätte gern ein paar Stunden darin verbracht."
"So etwas Wundervolles habe ich noch nie erlebt. Ich bin total entspannt."
"Harmonie der Ungleichmäßigkeit im Rund, eigene Ordnung wiedererkennen ."
"Ein Kraftplatz zum Auftanken und kraftvollen Weitergehen."

Das Ergebnis
Das geomantische Erfahrungsfeld - ein Experiment, das einen über das, was alles möglich ist, staunen lässt. Selbstverständlich bauten wir sowohl im Seminarraum als auch am Messestandort alle Installationen zurück und stellten die Grundqualität des Ortes wieder her. Wir bedankten uns zutiefst bei den Ortskräften im Lebensgarten für ihre Bereitschaft, ihren Wirkort für eine Woche aufzugeben.
Die Messe ist nun schon drei Monate vorbei, aber ich staune immer noch, wie gut alles geklappt hatte und wieviele Synchronizitäten eingetreten waren. Die Einträge im Erfahrungsbuch zeigen: Die Besucher hatten erfahren, was wir vermitteln wollten: die Urkraft des Uranus. Das ganze Experiment war zwar sicherlich etwas exzentrisch - aber ist nicht genau dies die Qualität des Uranus?!