Lebewesen Wasser
Schlüssel für innere und äußere Ökologie
Mehr als zwei Drittel der Oberfläche unseres Planeten bestehen aus Wasser. Auch unser Körper besteht zu mehr als zwei Dritteln aus dem nassen Element. Urs Honauer sieht in dieser Analogie von Makrokosmos und Mikrokosmos, dass dem Wasser im Innen wie im Außen zentrale Bedeutung für ein Leben im natürlichen Gleichgewicht zukommt.

Wasser aus einer Bergquelle ist nicht gleich Wasser vom Leitungshahn in der Großstadt. Der Unterschied ist gewaltig. Kein Wunder, angesichts des Um-Feldes, aus dem der wertvollste Gast der Erde fließt: Oben in der freien Natur quirlt das durchsichtige Nass durch die Ritzen von Gesteinen, tanzt es mit den Schwingungen der Mineralien, bejubelt es die gute Luft, jauchzt es in drehender Bewegung in die grenzenlos scheinende Freiheit der Natur. Unten in der dumpfen Röhre wird es scheinbar endlos zusammengepresst, auf engstem Raum in Isolierhaft gehalten. Das Feld ist grau und kalt, kein Sonnenstrahl findet seinen Weg ins längste Gefängnis der Welt. Wer Wasser als ein Lebewesen sieht, denkt an eine psychische Form der Folter. Wer Wasser als eine statische Formel versteht, für den fließt einfach das Nutzmittel H2O aus der Röhre - so wie für ihn H2O oben aus dem Berg quillt. Das Gefühl, die Empfindung, die mit der Wahrnehmung an den beiden genannten unterschiedlichen Polen entstehen, zählen nicht - als wäre ein enger, dunkler, verrauchter Raum das gleiche wie ein weiter, heller, sonnendurchfluteter, leichter Raum - einfach ein Objekt mit vier Wänden ohne Seele. Geomantie in diesem eindimensionalen Denken bliebe Hokuspokus - weil die Schwingungsebene vernachlässigt wird. Die Welt spielt sich einseitig im Neocortex ab, dem Hirnzentrum unseres Intellekts. Vergessen wird dabei, dass wir auch noch zwei andere Schlüsselzentren in unserem Gehirn haben: das Mittelhirn (oder das Säugetierhirn) als Schaltstelle des emotionalen Empfindens und das Reptilienhirn als Zentrum unserer primären, "niederen" Bedürfnisse. Wer sich auf die Schwingungsebene begeben will, braucht Kontakt zum limbischen System. Wir brauchen eine Art von "Geomantie im Gehirn" (das zu 90% aus Wasser besteht), um ganzheitlich wahrzunehmen. Wenn der berühmte Schweizer Erzieher Johann Heinrich Pestalozzi einst das Gleichgewicht von Kopf, Hand und Herz forderte, dann verlangte er im Prinzip genau nach diesem Ausgleich der drei Gehirnzentren, die ja auch in der Evolution der Menschheitsgeschichte zentral sind.
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