Mensch und Umwelt im Wechselspiel

Zum Selbstverständnis einer neuen Geobiologie, Teil 1

von Hartmut Lüdeling erschienen in Hagia Chora 3/1999

Die Methodik geobiologischer Untersuchungen dreht sich meist um die generellen Eigenschaften eines Standortes. Hartmut Lüdeling plädiert auf Grund seiner Forschungen im Bereich biophysikalischer Phänomene dafür, das Augenmerk mehr auf die für die Anwohner tatsächlich wirksamen Faktoren zu richten.

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Viel wird über sogenannte geobiologische Untersuchungen berichtet. Bestimmte Standortfaktoren scheinen sich auf die Gesundheit der sich dort aufhaltenden Menschen auszuwirken. Seit der Jahrhundertwende gibt es dazu immer wieder bestätigende Hinweise, die jedoch von der offiziellen Wissenschaft größtenteils infrage gestellt werden - mit Recht? Ob Standortsituationen Auswirkungen auf die Gesundheit haben können, klären in der Regel nur epidemiologische Reihenuntersuchungen, die objektiven Anforderungen genügen. Gerade hier muss sich die klassische Geobiologie der konventionellen Wissenschaftlichkeit entziehen, weil geobiologische Untersuchungen
• in der Regel mit Hilfe der Radiästhesie (der Fähigkeit, Strahlungen zu erspüren) durchgeführt werden. Diese Methode ist von stark subjektivem Charakter, da sich der untersuchende Mensch selbst einbringen muss. Hinzu tritt, dass die Geobiologen derzeit weder einheitliche Ausbildungsstandards, einheitliche Arbeitsweisen, einheitliche radiästhetische Werkzeuge noch einheitliche Intentionen und Begriffsdefinitionen kennen.
• eine Übersicht von Einflüssen oft außerhalb von (mess-)technisch erfassbaren Feldern ergeben, die sich über längere Zeiträume zu relevanten Gesundheitsbelastungen entwickeln.
• häufig nur Momentaufnahmen darstellen, die dann nur spärliche Aussagen über Langzeiteinwirkungen zulassen.
Da Menschen nun einmal offene Systeme darstellen und somit auf bestimmte Reize je nach Randbedingungen unterschiedlich reagieren, ist es schwierig, standardisierte und damit reproduzierbare Ergebnisse zu liefern. Gleichwohl gibt es in der Medizin sehr viele Beispiele von erstaunlichen Heilerfolgen, wenn therapiebegleitend eine gründliche geobiologische Umfeldsanierung durchgeführt werden konnte. Dies und die erschreckend hohe Anzahl von Therapieresistenzen wird dazu anregen, die Grenzen der konventionellen Wissenschaften zu überschreiten und sich versuchsweise dem reichen Schatz der Erfahrungswissenschaft anzunähern.

Vorgehen bei der Untersuchung
Bevor man sich mit der Qualität oder der Quantität im Einzelnen befaßt, sollte zunächst geklärt werden, mit welchem Ziel geobiologische Untersuchungen durchgeführt werden sollen. Aus der medizinischen Praxis ist bekannt, wie vielfältig die Ursachen für Therapieresistenzen sein können. Wir sind eben keine Maschinen, die unter Laborbedingungen exakt reagieren, sondern Menschen, die von unendlich vielen äußeren und inneren Randbedingungen geprägt sind und diese in Wechselbeziehung wiederum selbst prägen. Jeder Mensch reagiert auf äußere Reize entsprechend seiner eigenen Resonanzfähigkeit äußerst individuell.
Die geobiologische Untersuchung muss sich daher von der Fragestellung leiten lassen:
• Was stört den Probanden?
• Was verursacht seine Blockaden?
• Wie trägt seine Umgebung (Standort) zu den Gesundheitsbelastungen bei bzw. hat er sein Umfeld selbst belastend gestaltet?
Zu diesem Fragenkomplex im Gegensatz steht leider allzuoft die selbstgesetzte Aufgabenstellung: Was empfindet der Untersuchende als störend?
Das einzig nachprüfbare Ergebnis einer geobiologischen Untersuchung ist der dauerhafte Erfolg, der nur (in Zusammenwirken mit medizinischer Therapie) durch eine Umfeldsanierung erreicht werden kann. Diese Sanierung wird Erfolg haben, wenn sie an die äußeren und inneren Ursachen heranführt. Dabei ist das Wechselspiel zwischen Mensch und Umfeld einzubeziehen, zu erkennen und nötigenfalls korrigierend zu beeinflussen. Insbesondere letzteres obliegt wiederum dem Mediziner, der hier auf entsprechende Hinweise angewiesen ist.
Wenn wir heute frustriert feststellen müssen, dass im Durchschnitt rund 80% aller Standortbelastungen künstlich geschaffen wurden (und der weitaus größte Teil von den jeweiligen Probanden selbst), dann wird deutlich, dass auch die Geobiologie ihre klassischen Arbeitsmuster überdenken muss. Sowohl die Untersuchungstechnik (Standortdiagnose) als auch das Sanierungsverfahren (Standorttherapie) müssen dabei einbezogen werden.
Wie haben denn die Wohn- und Lebensgewohnheiten zu Zeiten der Freiherr von Pohl’schen Reihenuntersuchungen (1928/29)1 ausgesehen? Wo gab es damals bereits Satellitenschüsseln, Fernsehantennen, Aluminiumwäschespinnen, Kunststoffwäschewannen, Fernseher, Radio- und Funkwecker, schnurlose Telefone, Infrarotfernbedienungen - um nur einen kleinen Teil der heute als potentielle Störquellen auftauchenden Annehmlichkeiten des Lebens zu benennen? Dazu kommt die Flut von täglich neuen Freuden der Zivilisation, deren Schattenseiten wir erst nach jahrelangen Erfahrungen entdecken.
Der gewissenhafte und aufrichtige Radiästhet (Rutengänger), der ein noch unbebautes Plangebiet auf Störfelder zu untersuchen hat, wird meinen Aussagen beipflichten, wenn er feststellt, dass aus vorher drei gemuteten Störzonen (Wasseradern) pro 20000 qm Bauland nach der Bebauung sich deren Anzahl auf wundersame Weise mindestens verzehnfacht hat.
Auch wenn es manchen Hydrologen unbekannt ist: Die Existenz unterirdischer Zonen, in denen Wasser bevorzugt fließt, ist nicht zu leugnen. Allerding lassen sich diese unterirdischen Zonen allein durch Bebauung nicht vermehren. Wir haben es hier mit dem Phänomen von Neubildungen von Störzonen zu tun, wie sie heute an der Tagesordnung sind.

Blick auf das Wesentliche
Nun wird auch dem Laien klar, dass es bei der Vielzahl von Störeinflüssen nicht genügt, die Schlafzimmer nur auf die klassischen "Erdstrahlen" (Wasseradern, Verwerfungen, Gitternetze u.ä.) zu untersuchen. "Alles strahlt", wusste der Physiker Georges Lakhovski schon seit den frühen 20er Jahren. Doch wie wird es gelingen, in diesen Strahlendschungel eine rettende Ordnung zu bringen, ohne Wesentliches zu übersehen und Unwichtiges überzubewerten?
Hier liegt die große Chance der Radiästhesie als biophysikalische Untersuchungsmethode, wenn es gelingt, sich von wiederkehrenden Denk- und Arbeitsmustern zu befreien. Der Rutengänger hat gegenüber dem Apparatemesstechniker den Vorteil, dass er aus einem Störfeld nur die Bereiche herausfiltern kann, die der Proband als störend empfindet. Er denkt nicht im Grenzwertschema, sondern erkennt, dass oft die schwachen Reize biologisch wirksam sind, während manchmal stärkere ohne Folgen bleiben.
Vor dem Erfolg steht die gründliche Analyse der anstehenden Belastungen. Die unbedingte Hinwendung des geobiologischen Untersuchers zu seinem Probanden setzt eine offene Geisteshaltung voraus. Wissenschaftlich orientierte Begeisterung, die damit verbundene Offenheit für neue Erkenntnisse und auch die innere Größe, selbstkritisch scheinbar Gesichertes wieder infrage zu stellen, sollte die Grundhaltung eines geobiologischen Untersuchers sein.
Die Beantwortung der Frage, "Was stört den Probanden?", führt unmittelbar zur Erkenntnis, dass am Anfang der Untersuchung nicht der Aufenthaltsort (z.B. Schlafplatz) steht, sondern der Proband selbst. Der Mensch stellt auf Grund seiner biologischen Konzeption einen hervorragenden Informationsspeicher dar, der in der Lage ist, die auf ihn einwirkenden Einflüsse wie eine Holographie über längere Zeiträume zu speichern. Diesen Speicher gilt es zunächst abzufragen. Wie bei einer technischen Datenübermittlung ist dafür die Verwendung einer Kommunikationsbasis - einer Sprache - erforderlich. Diese Sprache sollte eine möglichst große Bandbreite an Störeinflüssen beschreiben können und gleichzeitig eine Grundlage für vergleichende Untersuchungen liefern. Die radiästhetische Grifflängentechnik schöpft hier aus einem großen Fundus an Vergleichswerten sowie einer Vielzahl von Ausdrucksmöglichkeiten und hilft somit, frei von Zielen und Denkmustern am Probanden zu arbeiten.
Die Abfrage des "Informationsspeichers Mensch" erfolgt durch ein "Scannen" von eingespeicherten Werten, die für bestimmte Wellenlängen stehen können. Werden diese Werte auf der von dem Physiker Reinhard Schneider entwickelten Lecherantenne (Typ B2 bzw. B3) abgelesen, ist die Grundlage der Reproduzierbarkeit und zugleich eine praktikable Untersuchungsmethode an die Hand gegeben.
Als bewährte Stelle am Körper des Probanden hat sich das Genick in der Höhe der Medulla oblongata herausgestellt. Hier laufen - möglicherweise bedingt durch die quasi als Lichtleiter arbeitende Wirbelsäule - die meisten Störinformationen auf und können wegen der dort punktuell fehlenden "Abschirmung" als relativ gut gebündelte Seitenstrahlung ins Freie treten. Die Abfrage im Nacken des Probanden erfolgt durch "halbmentales Grifflängenziehen" nach quantitativen Gesichtspunkten. Als mentaler Filter dient allein die Aufgabenstellung, "Was empfindet der Proband als belastend?". Die auf diese Weise ermittelten Wellenlängen werden gesammelt und anschließend mit bekannten Tabellenwerten verglichen. Auch medizinisch ist dieses Verfahren hervorragend für Diagnosezwecke geeignet; der geobiologische Ansatz beschränkt sich auf Wertesuche für eine zielgerichtete Standortanalyse.
Wichtig sind oft Details, die erst im Zuge der weiteren Untersuchung Bedeutung erlangen können. Das Zusammenspiel verschiedener Einflüsse kann zu erstaunlichen Synergieeffekten führen.