Haus Gottes

Der Dom zu Mosta - Meisterwerk geomantischer Baukunst auf Malta

von Helmut Seifert erschienen in Hagia Chora 3/1999

Das Geheimnis geomantischer Baukunst liegt darin, die Form, die Proportionen, die Maße, die energetischen Schwingungen und das Material, aus dem der Bau besteht, mit dem Standort des Bauwerkes zu einem resonanzfähigen Organismus zu fügen. Helmut Seifert befasst sich seit vielen Jahren intensiv mit der maltesischen Baukunst der verschiedenen Epochen. Sein Bericht zeigt den gegenwärtigen Zustand der alten Tempelanlagen und erschließt einen der bemerkenswertesten Sakralbauten und Kraftorte Europas, den Dom zu Mosta.

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Malta - die strategisch wichtige Insel im Mittelmeer mit vielen Buchten, die zahlreichen Invasoren aus Afrika und Europa als natürliche Häfen dienten, ist durch deren kulturelle Hinterlassenschaften zu einer reichen Fundstätte für den suchenden Geomanten geworden. Bedeutende geomantische Bauwerke sind einige Überreste von Tempelstätten für die Götter der Steinzeit, dazu kommen einige wichtige Gotteshäuser der Neuzeit - Sakralbauten, die jeweils zu ihrer Zeit ihren Zweck erfüllten und noch immer erfüllen. In meinen Studien ging es mir darum, die neolithischen Bauwerke im gegenwärtigen Zustand in ihrem geomantischen Wert zu deuten sowie die wichtigsten Kirchen auf ihren radiästhetischen Charakter hin zu untersuchen.
Sakrale Bauwerke - Häuser Gottes - wurden schon im 4. Jahrtausend v.Chr. von den Sumerern (z.B. die mesopotamischen Zikkurate mit dem Haus Gottes auf der obersten Plattform) und im 3. Jahrtausend v.Chr. in Ägypten (z.B. die Stufenpyramide für Pharao Djoser aus der 3. Dynastie) nach geomantischen Richtlinien errichtet.
Die ersten Tempel der Megalithkultur auf Malta entstanden zwischen 5000 und 2500 v.Chr. Bekannt sind heute rund vierzig Tempelanlagen aus der Jungsteinzeit. Diese Tempel aus maltesischem Kalkstein waren hauptsächlich der Magna Mater, der "Venus von Malta", gewidmet. Es war eine feminin ausgerichtete Kultur, die der Fruchtbarkeit diente. Noch heute üben diese sakralen Bauwerke große Anziehungskraft auf Touristen aus. Täglich werden Hunderte von Besuchern auf ihren Inselrundfahrten zu den Bauwerken aus der Steinzeit transportiert.
Diese sakralen Bauten, einstmals mit großer religiöser Energie aufgeladen, haben heute ihre bioenergetische und geistige Ausstrahlungskraft weitgehend verloren. Als Orte der Kraft erscheinen sie mir nahezu bedeutungslos - einerseits durch den erheblichen Abbruch von Steinen für den Häuserbau, der in historischer Zeit zu beklagen ist, und andererseits durch ihre Entweihung. Hinzu kommt, dass bei der archäologischen Rekonstruktion Steine zum Teil falsch polarisiert ausgerichtet und mit Zement gefestigt werden. Die ursprüngliche geomantische Ausrichtung der Steine geht damit verloren. Für den Geomanten kann ich daher nur fünf Tempelanlagen zur Besichtigung empfehlen. Diese einzigartigen Megalith-Tempel allerdings veranschaulichen beeindruckend, welche Kraftanstrengungen die Gläubigen zu Ehren der Magna Mater beim Bau geleistet haben. Die Tempel sind Signale eines geheimnisvollen Volkes aus grauer Vorzeit.
• Mnajdra - Diese Tempelanlage bietet den Gefühlssensoren noch den besten Eindruck. Sie liegt an einem Südhang etwas geschützt vor technischen Einflüssen.
• Hagar Qim - Die Anlage besteht aus drei nicht miteinander verbundenen Tempeln, von denen das mittlere Heiligtum gut erhalten ist. Einige Steinsymbole weisen sehr anschaulich auf den Fruchtbarkeitskult hin.
• Ggantija auf Gozo - Die Anlage besteht aus zwei aneinander gebauten Tempeln, die in einem relativ gepflegten Zustand sind.
• Tarxien - Diese Tempelanlage, die mitten im Stadtzentrum von Paola liegt, ist durch elektrische und funktechnische Anlagen in der unmittelbaren Nachbarschaft stark beeinflußt. Es ist kein guter Ort mehr zum Auftanken von Energien. Eine Besichtigung bringt jedoch durchaus einige interessante Aspekte.
• Das Hypogäum von Hal Saflieni - Die Anlage war nicht nur Kult- und Begräbnisstätte, sondern diente der Ausbildung von Priesterinnen. Nach Abschluss der 8-jährigen Renovierungsphase wird jeder Geomant von den Veränderungen enttäuscht sein. Laufstege aus Aluminium haben das Innere der Tempelräume völlig verändert und ihren geomantischen Wert stark reduziert.

Die Rotunda in Mosta
Bei meinen Streifzügen über die Insel kam ich auch durch Mosta und musste nach einem Gang in die Kirche mit Erstaunen feststellen, dass der Dom von Mosta eine Ausstrahlungskraft aufweist, die mir in dieser Stärke bisher unbekannt war. Ich habe viele Orte der Kraft besucht, aber in solch einer Intensität, wie sie in der Rotunda von allen Seiten spürbar war, hatte ich die geomantischen Energien bisher noch nicht erlebt. Für mich ist dieser Rundbau mit seiner herrlichen Kuppel eines der bedeutendsten Bauwerke, dessen Geomantie und Spiritualität sich geradezu zu einem Lehrbeispiel vereinen.
Dieses außergewöhnliche Gotteshaus wurde erst vor hundert Jahren in einer Niederung in der Mitte der Insel errichtet. Was aber macht den Bau zu einem besonderen Kraftort? Ich denke, der Dom gewinnt seine Bedeutung sowohl aus seiner Funktion als geistig-religiöses Zentrum als auch wegen seiner starken bioenergetischen Schwingungen. Als größte sakrale Rotunda der Welt ist die Kirche ein außergewöhnliches Denkmal für das kulturelle Erbe der Menschheit.
Die Planung der Kirche begann in den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts unter der dominierenden Führung des Pfarrers Felix Callega S.Th.D. Dieser offenbar charismatische Geistliche wollte seine eigenen Vorstellungen, die im wesentlichen romanischen Ursprungs waren, in dem Bauwerk verwirklicht sehen. Das ist einer der Hauptgründe, weshalb der Entwurf des Architekten George Grongnet de Vasse ohne größere Auseinandersetzungen von der Gruppe um den Pfarrer von Mosta angenommen wurde.
Grongnet, der während eines Besuches in Rom die romanischen Bauwerke - unter anderen das Pantheon - studiert hatte, nahm eben diesen Tempel der Götter zum Vorbild für seinen Entwurf.
Das Pantheon ist nach dem Kolosseum das interessanteste und besterhaltene Bauwerk aus der römischen Kaiserzeit. Marcus Agrippa, Schwiegersohn von Kaiser Augustus, ließ es um 27 v.Chr. während seines dritten Konsulats erbauen. Es war den sieben planetarischen Gottheiten geweiht und bezog daher auch seinen Namen (wörtlich "alle Götter"). Das Pantheon markiert einen Kulminationspunkt der römischen Architektur und Baukunst. Sein Geheimnis liegt in den Proportionen und der perfekten Gleichheit von Durchmesser und Höhe, so dass sich ein Kreis in das Innere der Kuppel einfügt. Das Gewölbe selbst ist die größte aus Ziegelsteinen gemauerte Kuppel der Welt. Sie ist 76 cm breiter als die des Petersdoms und 1,30 m breiter als die des Doms von Florenz. Der Innendurchmesser des Pantheons beträgt 42,48 Meter und entspricht genau 144 römischen Ellen.
Der Rundbau mit seiner Kuppel ist einzigartig in seiner harmonischen, großzügigen Linienführung und in der Einzelaustattung. Der weite Innenraum wird beherrscht von dem wunderbaren Gewölbe, aus dem das Licht herabfällt und jedes einzelne architektonische Element hervorhebt. In seinem Inneren befinden sich die Gräber der italienischen Könige und das Grab Raffaels.
Grongnets Pläne beweisen hohe Verwandtschaft zum Pantheon. Die Rotunda zeigt jedoch im Grundriss mit den sechs Seitenkapellen, dem Altarraum und den Eingängen wie auch in der Seitenansicht eine noch harmonischere Gliederung. Ihr Außendurchmesser von 56,60 m übertrifft den des Pantheon um 3,50 m, und mit einer Höhe von 58,00 m überragt sie ihr antikes Vorbild um 14,30 m.

Die Bauphase
Es war Bischof Caruana, der seine Ablehnung gegen den Rundbau schon lange vor seinem Tod geäußert hatte. Sein Argument war, dass Mosta ein viel zu kleiner Ort sei, als dass es so ein herrliches Bauwerk errichten könne. Außerdem wurde von vielen ein kreuzförmiger Grundriss bevorzugt, da man glaubte, ein Rundbau lasse heidnische Assoziationen zu und sei daher unwürdig für ein christliches Gotteshaus. Einwände wurden auch gegen das Baumaterial - maltesischer Kalkstein - vorgebracht. Kritiker behaupteten, dass die Steine das Gewicht eines so gewaltigen Bauwerks nicht aushalten könnten. Grongnet konnte jedoch eine unabhängige Kommission beruhigen. Am 30. Mai 1833 wurde der Bau mit der Grundsteinlegung im Zentrum von Mosta begonnen.
Um dieses gewaltige Projekt zu verwirklichen, hatte Grongnet als Baumeister einen gewissen Anglu Gatt angeworben. Gatt war mit den Problemen der maltesischen Steinmetzkunst vertraut. Obwohl er nicht lesen und schreiben konnte, meisterte er die vielen Schwierigkeiten, die beim Bau auftraten, allein auf Grund seiner Erfahrung und Intuition. Als man sich beispielsweise dem Scheitelpunkt der Kuppel näherte, wurden Druck und Spannung in der Mitte zu groß. So musste man die ursprüngliche Wölbung ändern und die vorgesehene Höhe verkürzen. Bemerkenswert ist, dass während der gesamten Bauzeit keinerlei Gerüste zur Abstützung von innen benutzt wurden. Man nimmt an, dass Maulesel und Flaschenzüge benutzt wurden, um die großen Steinblöcke hochzuziehen und in Stellung zu bringen.
Die neue Kirche wurde am 16. Februar 1860 feierlich eingesegnet. Der Abbruch der alten Kirche begann zwei Tage später. Nach nur acht Tagen intensiver Arbeit waren deren Spuren beseitigt, und man konnte die gewaltige Größe des neuen Domes unverstellt erkennen.

Die Rotunda als Einkristall
Bei der traditionellen maltesischen Art zu bauen, wird Zement nur sehr sparsam, ja meist gar nicht verwendet. Die Stabilität des ganzen Bauwerkes beruht ausschließlich auf dem Gewicht der Kalksteinblöcke, die ineinander verzahnt werden. Die gewaltigen Steinblöcke werden vorsichtig in ein schlammiges Bad mit Steinstaub (ein feines, talkumähnliches Material, das beim Schneiden der Steinblöcke entsteht) eingetaucht. Ein Minimum von diesem Schlamm ist dann alles, was benötigt wird, um die Steine fest aneinander zu binden. Durch diese Bauweise entsteht ein aus nur einem einzigen Material gebundener Bau, ein sogenannter Einkristall, der ein einzigartiges Schwingungspotenzial besitzt - ein harmonisch schwingendes Ensemble, das gleich einem Musikinstrument vibriert. Gemäß dieser Analogie ist die Rotunda aufgrund ihrer harmonikalen Maßeinheiten und Proportionen eine wahre Stradivari.
Durch das auf die Steinblöcke aufgetragene und dünn anhaftende salzhaltige Schlammbindemittel, das aus demselben salzhaltigen Stein besteht wie die Kalksteinblöcke des massiven Gebäudes, ist die Mauer und Kuppel zu einem homogenen und extrem festen Block zusammengebunden. (Herkömmlicher Zement als Bindemittel wirkt im Gegensatz dazu wie ein Fremdkörper, der energetische Verwirbelungen erzeugt.) Die Gitterstruktur des Bindemittels hat sich beim Trocknen in Resonanz zum Kristallgitter der Blöcke nach diesem ausgerichtet. Die Polarisations- und Radialkräfte der gesamten Kuppelrotunda - als Hohlkörper - werden dadurch verstärkt. Im Zusammenwirken mit den Gesamtmaßen und Proportionen ergibt sich ein Bauwerk mit harmonikalen Schwingungen hoher Intensität, ein Einkristall-Hohlkörper mit einem wunderbar ausgeglichenen Resonanzpotenzial. Die geniale Gehäuseform der Rotunda konzentriert die energetischen Resonanzschwingungen im Zentrum holoedisch und macht sie deshalb leicht zu erfühlen.
Die dicke Mauer des Gehäuses aus salzhaltigem Kalkstein erzeugt durch ihre Tag- (warm) und Nacht- (kalt) H2O-Atmung im gesamten Innenraum ein starkes Negativ-Ionen-Feld mit rechtszirkular ausgerichteter Radialkraft (Pendel rechtsdrehend). Viele Besucher bemerken schon unmittelbar nach dem Eintreten in die Rotunda ein entsprechend angenehmes Raumklima.

Das Bauordnungssystem
Bei mehreren Besuchen im Dom habe ich mit meinem Freund Helmut Egger das Bauwerk eingehend vermessen und errechnen können, dass als Maßeinheiten für das Bauordnungssystem zum einen der sogenannte Palmi de Malta mit 26,19 cm und zum anderen der Qaspa mit 209,52 cm verwendet wurden. Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass hier ein antikes ägyptisches Maß angewendet wurde: So misst die Königliche Ägyptische Elle (52,38 cm) genau 2 Palmi de Malte. Der Innendurchmesser der Rotunda beträgt von Seitenkapelle zu Seitenkapelle genau 100 Ägyptische Ellen = 200 Palmi de Malta. (100 Ägyptische Ellen entsprechen einem Viertel der Seitenlänge der Chefren-Pyramide).

Die Wahrnehmungen der Besucher
Die Antwort auf die Frage, was nun die Rotunda von Mosta zu einem so außergewöhnlichen Bauwerk macht, kann auf den verschiedensten Ebenen gefunden werden. Es ist das beruhigende Schwingungsmilieu, das auf einen einwirkt, sofort nachdem man den Bau betreten hat. Es sind die eindrucksvollen religiösen Wandmalereien von Guiseppe Cali, die ringsum die Wände schmücken. Es ist die herrliche Akustik, die man bei den Chorgesängen vernehmen kann. Auch trotz der vielen Besucher, die täglich dieses Bauwerk bewundern, verspürt man einen angenehmen Duft im Raum. Auch wenn es außerhalb unerträglich heiß ist, findet man in der Kirche eine angenehme Temperatur. Um das Wichtigste nicht zu vergessen: es ist die geistige Atmosphäre, die zum Meditieren einlädt. Und nicht zuletzt ist es die tägliche christliche Weihe, die diesem Ort durch die Priester gegeben wird. Sie schafft in diesem Raum ein hohes Potenzial an Kraft für Geist und Seele.
Bezeichnend für die Kraft, die an diesem Ort wirkt, mag vielleicht auch eine Begebenheit sein, die sich im Kriegsjahr 1942 ereignet hat. Ein deutscher Jagdbomber warf - es heißt, versehentlich - eine Bombe auf die Kirche. Die 1000-kg-Bombe mit Zeitverzögerung durchbrach die Kuppel, prallte gegen die Innenwand und fiel zu Boden. Trotz des großen Schadens, den der Durchbruch anrichtete, wurde keiner der etwa dreihundert Besucher, die der Messe beiwohnten, verletzt oder getötet. Es war ein Wunder geschehen. Das Loch in der Kuppel konnte schon bald repariert werden.
Praktizierende Geomanten können beim Besuch der maltesischen Megalith-Tempel und der Rotunda von Mosta den Beginn und den gegenwärtigen Stand der Geomantie in nächster Nachbarschaft zueinander aufspüren und nachvollziehen. Allen, die den Dom zu Mosta besuchen wollen, um den spirituellen Einfluss und die energetischen Kräfte zu spüren, empfehle ich, sich genau in die Mitte der Rotunda zu stellen. Sie werden die biophysikalische Energie empfinden, die von allen Seiten auf Sie einwirkt. Das Feld im Zentrum wird durch die Resonanzschwingungen, die aus den Seitenkapellen zur Mitte hin reflektiert werden, verstärkt. Das Resultat ist ein enorm erhöhtes Energiefeld, in dem man sich wunderbar aufladen kann.
Bitten Sie auch den Kirchendiener, dass er Sie zum inneren Rundgang oder bis zur Spitze der Kuppel hinaufsteigen läßt. Er wird Ihnen gern die Seitentür im Glockenturm dazu öffnen. Wenn man schließlich an der Kuppelöffnung steht und spürt, wie die Energieströme, die aus dem Dom in den Himmel aufsteigen, in einem selbst wirken, kann man regelrecht euphorisch werden. Ein besonderes Erlebnis bietet auch das Begehen des inneren Rundganges, der an den 16 Fenstern entlang führt. Die Mauer ist hier etwa 7 Meter dick. Die Maueröffnungen für die Fenster wirken wie Trompetenkegel. Wenn man sie betritt, verliert man für einen Augenblick fast die Orientierung und spürt, wie die Energieströme nach außen hin in die Landschaft an einem vorbeifließen.
Die Kraft dieser "Power"-Rotunda ist so stark, dass ich nicht überrascht wäre, wenn sie im Einzelfall bei krankheitlichen Bürden zur Gesundung führt. Ich will auch nicht ausschließen, dass Ihnen göttlicher Segen zuteil werden kann, zumal wenn sie am 15. August, dem Fest zu Ehren der heiligen Jungfrau von Mosta, diesen heiligen Kraftort besuchen.